Es drohen doppelt so viele Laster

In Oberstammheim wird ein Sportplatz gebaut. Das hat Konsequenzen für Hüttwilen und Uesslingen-Buch: Die Dörfer müssen mit vermehrtem Lastwagenverkehr rechnen.

Lieselotte Schiesser
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Stefan Geiges (Bild: zVg)

Stefan Geiges (Bild: zVg)

Oberstammheim/Warth. Der Kies auf dem späteren Sportplatzgelände in Oberstammheim wird von den Firmen Geiges AG aus Warth und Bötschi aus Oberstammheim gemeinsam abgebaut, wie der Frauenfelder Unternehmer Stefan Geiges erklärt.

Die Kiesmenge liegt dabei doppelt bis dreimal so hoch wie jene, die Bötschi bisher in Oberstammheim fördert. Deshalb sei im Frühling und Sommer in Oberstammheim und den Nachbardörfern Hüttwilen und Uesslingen-Buch mit mehr Kiestransportern zu rechnen, sagt Geiges.

Wie viele Lastwagen fahren werden, lasse sich aber noch nicht genau abschätzen: «Ein Lastwagen befördert durchschnittlich zehn bis elf Kubikmeter Kies.»

Routen stehen noch nicht fest

Noch offen ist, welche Kiesmenge über welche Route rollen wird. Es stehe noch nicht fest, ob der Kies aus Oberstammheim vor allem im Raum Frauenfeld oder eher in der Region Diessenhofen gebraucht werden wird, sagt Stefan Geiges. Bötschi werde wohl weiterhin vor allem die nähere Umgebung von Oberstammheim beliefern, vermutet er.

Geiges selbst will nach den Sportferien mit den Gemeindebehörden von Hüttwilen und Uesslingen-Buch über die Routenführung sprechen.

Direktester Weg durch Dörfer

Bis jetzt mache das noch wenig Sinn, weil noch gar nicht klar sei, wohin der Kies transportiert werden müsse. Solle er beispielsweise zur Geiges-eigenen Kiesgrube in Warth, führte der direkteste Weg durch die Dörfer. «Wir wollen mit den Gemeinden noch nach den für beide Seiten besten Lösungen suchen», sagt Geiges.

Orientierung übers Dorfblatt

In Oberstammheim will Gemeindepräsident Martin Farner die Bevölkerung mittels Dorfblatt über den Kiesabbau informieren. Die Transporte sollten möglichst nicht durch die Dörfer Hüttwilen, Dietingen und Uesslingen-Buch rollen, sagt Farner. Das habe man mit Geiges so vereinbart. Für Oberstammheim sei der vermehrte Verkehr verkraftbar, weil er sich nur auf ein paar Monate erstrecke.

Anschliessend werde ein Teil des Geländes wieder aufgefüllt, weil die neue Sportarena «eine gefreute Sache» werden solle.

Erst vereinzelte Transporte

Noch ist der Kiesabbau nicht wirklich angerollt. Vor zwei Wochen hat die Geiges AG damit begonnen, den Kiesabbau in Oberstammheim vorzubereiten. Seither seien erst vereinzelte Transporte durch Oberstammheim Richtung Hüttwilen oder Diessenhofen gerollt, so Stefan Geiges: «Wir können erst richtig loslegen, wenn sich das Wetter ändert und der Boden nicht mehr so nass ist.

Es kann sein, dass es März wird, bis es richtig losgeht.» Am einfachsten wäre es, wenn viel Kies in die Region Frauenfeld müsste, meint er. Dann führen die Lastwagen «direkt über den Berg und müssen nicht durch die Dörfer». Sollten sie nach Warth zur firmeneigenen Kiesgrube, würde dort der Verkehr mit den Kieslastern wieder etwas ansteigen.

In den 70ern am schlimmsten

Warth-Weiningen hat Erfahrung mit Kieslastern – vor allem Weiningen: «Am schlimmsten war es in den 1970er-Jahren, als die Autobahn gebaut wurde», erinnert sich Gemeindeammann Max Arnold. Drei Firmen haben auf Gemeindegelände Kiesgruben: Geiges, die Hastag (ehemals Briner) und die ESPA (Wellauer).

Die Hastag baut derzeit keinen Kies mehr ab. Die beiden anderen Firmen hätten den Abbau ebenfalls zurück gefahren, sagt Max Arnold.

Heute rollten jährlich noch etwa 30 000 Kubikmeter Kies durchs Dorf – früher seien es über 100 000 gewesen. «In den letzten Jahren gab es wesentlich weniger Reklamationen deswegen als noch vor 15 Jahren», sagt Gemeindeammann Arnold.

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