Es darf auch Lady Gaga sein

20 Jahre Musikschule Hinterthurgau: Zum Jubiläum gibt es einen neuen Namen und ein neues Logo. Trotz Neuausrichtung auf Tanz und Gestaltung bleiben Eminem, Rammstein und Rihanna hoch im Kurs.

Valentin Schneeberger
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Schulleiter Daniel Kamm ist stolz auf das neue Banner. (Bild: Reto Martin)

Schulleiter Daniel Kamm ist stolz auf das neue Banner. (Bild: Reto Martin)

SIRNACH. Egal ob Lady Gaga, Rammstein oder Rihanna – Daniel Kamm, Leiter der Musikschule Hinterthurgau, verschliesst sich nicht vor den musikalischen Vorlieben seiner Schülerinnen und Schüler. «Das gehört zu unserem Erfolgsrezept. Damit holen wir die Jugendlichen ab und begeistern sie für den Musikunterricht», sagt der 51-Jährige. «Musik hat einen enorm hohen Stellenwert bei jungen Menschen. Für eine Musikschule wäre es fatal, dies einfach zu ignorieren.» Das Konzept des Schulleiters scheint aufzugehen. Bereits 1260 Schüler aus der Region nutzten das umfangreiche Angebot der Schule, welche dieses Jahr mit zahlreichen Anlässen ihr 20jähriges Bestehen feiert (siehe Kasten).

Tanz- und Gestaltungskurse

Von Stillstand hält Daniel Kamm wenig. Rechtzeitig zum Jubiläum tritt die Musikschule darum mit neuem Namen und neuem Logo in Erscheinung. «Musik- und Kulturschule Hinterthurgau» steht auf dem Banner, das seit kurzem im Sekretariat der Musikschule im Schulhaus Breite in Sirnach hängt. «Die Namensänderung steht im Zusammenhang mit dem Ausbau unseres Angebots. Mittlerweile bieten wir auch Tanz- und Gestaltungskurse an», sagt Kamm.

Die Musikstunden würden durch die Neuausrichtung jedoch nicht beeinträchtigt. Die 63 Lehrkräfte ermöglichen nach wie vor eine grosse Auswahl an Kursen. Neben klassischen Instrumenten wie Gitarre, Klavier und Schlagzeug kann sogar die Kunst des Beatboxens erlernt werden. Auch Chor-, Band- und Ensemblestunden stehen im Angebot.

Um das Jubiläumsjahr gebührend zu feiern, hat die Musikschule keinen Aufwand gescheut. Bis Ende 2012 stehen nicht weniger als 14 Veranstaltungen auf dem Programm. Und laut Kamm sollen noch weitere hinzukommen. «Die Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen», sagt er. Zu den Highlights zählt die Musikwoche «So ein Zirkus», welche im Juni in Sirnach stattfindet. Während mehreren Tagen treten Bands im Zelt des Zirkus Balloni auf. Darunter bekannte Gruppen aus der Region und Schüler der Musikschule. «Uns ist es wichtig, dass wir in unserem Jubiläumsjahr möglichst alle Trägergemeinden mit einem Auftritt beehren können», sagt Kamm. Im Veranstaltungskalender sind deshalb Daten für Eschlikon, Fischingen, Münchwilen, Wängi, Bettwiesen, Braunau, Rickenbach und Wilen aufgeführt.

Schulleiter seit 15 Jahren

Aufgrund des grossen Einzugsgebiets setzte die Musikschule schon früh auf einen dezentral organisierten Unterricht. Die Stunden finden deshalb hauptsächlich in Schulräumen der verschiedenen Gemeinden statt. Dass die Organisation und der Musikbetrieb reibungslos klappen, dafür sorgt Kamm schon seit 15 Jahren. Zu Beginn tat er dies praktisch im Alleingang. Wegen der zunehmenden Schülerzahlen wurde es irgendwann einmal zu viel – seine Gesundheit spielte nicht mehr mit. Inzwischen erhält er tatkräftige Unterstützung von zwei Mitarbeiterinnen, seiner Ehefrau Ursula, die zusammen mit Susi Vetterli das Sekretariat in Sirnach leitet.

Zudem stehen ihm zwei Abteilungsleiter zur Seite, die den Betrieb weiterführen, sollte er einmal ausfallen. Doch nach wie vor übernimmt der dreifache Familienvater viele unterschiedliche Arbeiten. Als gelernter Programmierer kümmert er sich sogar um die Verwaltungssoftware des Musikschulbetriebs.

«Der Aufwand lohnt sich»

Im Zuge der Namensänderung wurde auch das Schulreglement angepasst. Die Neuausrichtung auf Musik- und Kulturschule Hinterthurgau ist nun schriftlich verankert. «Nur so können wir langfristig planen und uns dementsprechend weiterentwickeln», sagt Kamm.

Er selbst sieht in der Region viel kulturelles Potenzial. Nur sei es manchmal etwas schwierig, die Leute zu erreichen. «Wir hatten zum Beispiel schon einige tolle Konzerte, die aber mehr schlecht als recht besucht waren», sagt er. Dennoch lohne sich der Aufwand. «Unseren Erwachsenenchor mussten wir viermal öffentlich ausschreiben, bis sich genügend Leute angemeldet haben.» Mittlerweile zählt der Chor über 30 Mitglieder.

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