Erzählnacht mit Dornröschen

STECKBORN. Von klugen Jungfrauen, Königssöhnen und einem eckligen Frosch handelten die ganz unterschiedlichen Märchen. Erzählt wurden sie auf Schloss Glarisegg. Auch Musik und einen Maskentanz durften die Besucher geniessen.

Louise Jochims
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Das Märchen Dornröschen wurde erzählt und mit Musik und Tanz untermalt. (Bild: Louise Jochims)

Das Märchen Dornröschen wurde erzählt und mit Musik und Tanz untermalt. (Bild: Louise Jochims)

Die dritte Erzählnacht auf Schloss Glarisegg zauberte sehr viel Märchenstimmung in den Sonnensaal. 15 Zuhörer wurden in eine Welt mit Königssöhnen, Prinzessinnen, Feen, Zauberern und vielem mehr entführt. Das altvertraute und immer wieder spannende «Es war einmal» begleitete die vier Erzählerinnen und zwei Erzähler. Vom Schloss Glarisegg kamen Birke Knopp als Organisatorin und Maskentänzerin sowie der Musiker Rüdiger Schödel hinzu, der auf selbstgebauten Musikinstrumenten die Märchenstimmung förderte und vertiefte.

Blick in die Mythologie

Das Motto dieses Abends hiess «Am Webstuhl der Zeit». Das Weben und der lange Faden sind wichtige Bestandteile in der antiken Mythologie, in der das Weben als eine der Göttin würdige Tätigkeit beschrieben wird. Bekannt aus der römischen Mythologie sind die drei Parzen, die Schicksalsgöttinnen, die den Lebensfaden des Menschen herstellen, ihn abmessen und abschneiden. Im Schloss Glarisegg war es am Samstag Therese Rieder, die an der Spindel sass und einen langen Faden spann. Auch Birke Knopp nahm diese Mythologie vom Lebensfaden auf, indem sie zu Beginn sehr, sehr langsam mit einer Maske vor dem Gesicht durch den Saal schritt und einen langen «Lebensfaden» abspulte. Dabei waren undeutlich die Worte «Leben», «Lieben» zu verstehen.

Märchen, Märchen

Einige der Märchen nahmen einen direkten Bezug zum Spinnen. Roland Gelfert erzählte das Grimm'sche Märchen Dornröschen. Die Zuhörenden sahen die schöne Königstochter, die in die Spinnstube im Schloss gerät, neugierig nach dem Faden greift und in tiefen Schlaf fällt, aus dem sie hundert Jahre später der schöne Prinz befreit. Später sollten Rüdiger Schödel und das total verunstaltete Dornröschen mit Maske (Birke Knopp) daraus eine witzige Persiflage machen. Therese Rieder erzählte dann selbst noch ein Märchen aus einem bäuerlich-wundersamen Umkreis.

Bis in die späte Nacht

Die Märchen- und Geschichtenerzählerin Revital Herzog aus Israel war zum drittenmal mit dabei. Sie führt die Zuhörer mit dem Akkordeon in die jüdisch-arabische Welt. Auch die Erzähler Volker Patalong, Stefanie Pricking und Claudia Rohrhirs vermochten mit ihren ganz verschiedenen Märchen die Gäste noch zu später Stunde zu fesseln und zu begeistern.