Erwachen im Datenschutz

Der neue Thurgauer Datenschutzbeauftragte begrüsst das gestiegene Bewusstsein für den Datenschutz. Er plant verstärkte Verwaltungskontrollen.

Thomas Wunderlin
Drucken
Teilen
Fritz Tanner Datenschutzbeauftragter des Kantons Thurgau (Archivbild: Donato Caspari)

Fritz Tanner Datenschutzbeauftragter des Kantons Thurgau (Archivbild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Ein Polizist soll nicht im Fahndungssystem unrechtmässig seine Verwandten überprüfen. Der kantonale Datenschutzbeauftragte Fritz Tanner erwähnt das Beispiel in seinem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht, um die Ämterkontrollen zu erklären, die er 2014 ausweiten will. Mit den bestehenden Kontrollwerkzeugen könne er einfach überprüfen, auf welche externen Daten die Kantonsangestellten zugreifen.

Unabhängigkeit bewahrt

Tanner hat sein 60-Prozent-Amt am 1. März 2013 angetreten. Die Enthüllungen Edward Snowdens drei Monate später führten gemäss seinen Ausführungen dazu, dass das Bewusstsein für den Datenschutz geschärft wurde. Während sein Vorgänger der Finanzkontrolle angegliedert war, gehört Tanner administrativ zur Staatskanzlei. Nach seinen Angaben konnte er die Unabhängigkeit beibehalten. Gleichzeitig erfahre er frühzeitig von neuen Regelungen und könne bei der datenschutzrechtlichen Planung mitwirken. In seinen ersten zehn Amts-Monaten erreichten ihn 119 Anfragen, darunter jene, ob die Kantonsverwaltung in einer Broschüre Fotos von Schülern verwenden darf, die von hinten aufgenommen wurden, wobei keine Einverständniserklärung der aufgenommenen Personen vorlag.

Kein Foto des Datenschützers

Die Antwort war nein, da die Kinder aufgrund ihrer Schulsäcke und ihre Kleidung hätten identifiziert werden können. Tanner ist selber so zurückhaltend beim Thema Fotografie, dass im reich bebilderten vierfarbigen Jahresbericht kein Foto von ihm selber zu finden ist.

Aktuelle Nachrichten