Erster Schritt in Richtung Fusion

Die IG Einheitsgemeinde will eine gemeinsame Verwaltung von Schule und Politik. Nun muss sich die Schulbehörde damit befassen, nachdem die IG am Donnerstag eine Mehrheit für ihren Antrag gefunden hat.

Samuel Koch
Merken
Drucken
Teilen

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Der Name ist Programm. Die IG Einheitsgemeinde (EHG) zielt darauf ab, in Zukunft die Verwaltungen der Schule und der Politischen Gemeinde unter einem Dach zu führen. Dazu braucht es aber Mehrheiten beider Stimmvölker, sowohl von Politisch Homburg als auch von der Primarschule. Erstere hat den Antrag der IG EHG traktandiert und lässt die Stimmberechtigten im April über die Einführung einer paritätischen Arbeitsgruppe abstimmen, die Vor- und Nachteile sowie Synergien erarbeiten soll. Letztere hat an der Schulgemeindeversammlung vom Donnerstag erst darüber abgestimmt, den Antrag als erheblich zu erklären. 68 der 128 Stimmberechtigten in der Turnhalle Hörhausen, und damit die Mehrheit unterstützte den Antrag.

Der geheimen Abstimmung vorausgegangen waren viele Diskussionen, nachdem sich Pius Büsser als Initiant dafür, und die Schulbehörde dagegen ausgesprochen hatten. «Die Umfrage im ‹Homburger› hat gezeigt, dass eine Nachfrage da ist», sagte Büsser und zählte etwa mit Salmsach, Tobel-Tägerschen oder Salenstein andere Thurgauer Einheitsgemeinden auf, «die funktionieren». Mit einer Einheitsgemeinde ergebe sich mit gleichen Kosten ein Mehrwert für die ganze Bevölkerung, dann zitierte er aus den Richtlinien des Amtes für Volksschule, wonach Zusammenschlüsse die Effizienz von Schulgemeinde-Strukturen verbessern könnten.

Die Schulbehörde um Gaby Herzog ist anderer Meinung: «Der Nutzen einer Einheitsgemeinde ist zu gering.» Mit einer Einheitsgemeinde würde sich die Schulbehörde gleich selber abschaffen. Und das Volk hätte erst kürzlich die Behörde für vier weitere Jahre neu bestellt. Zudem sei die Reorganisation der Schule mit der Fusion der Schulen Homburg-Hörstetten und Gündelhart-Hörhausen 2013 noch zu wenig lange her.

«Warum soll eine Arbeitsgruppe nicht vorausblickend Vor- und Nachteile aufzeigen?», fragte ein Stimmbürger in die Runde. Für Behördenmitglied Daniel Bühr hingegen würden die Aufgaben auch bei einer Fusion dieselben bleiben, nämlich «uns für eine starke Schule unserer Kinder einzusetzen».

Politische Gemeinde hat das nächste Wort

In Anwesenheit von Gemeindepräsident Thomas Wiget sprach sich am Ende die Mehrheit für den Antrag von Büsser aus, womit der Ball bei der Schulbehörde liegt. «Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, um den Fall Schritt für Schritt zu beraten», sagte Herzog. Pius Büsser zeigte sich zufrieden, obwohl es für ihn nicht schnell genug gehen kann. «Wenn sie wollte, könnte die Behörde an einer ausserordentlichen Versammlung über den Antrag abstimmen lassen.» Der nächste Schritt für die Einheitsgemeinde folgt am 26. April vor der Politischen Gemeinde. «Bei einem Nein ist die Idee vom Tisch», ist sich Büsser bewusst.

Marianne Moser verlässt im Sommer die Schulbehörde nach zehn Jahren im Amt. Sie wie auch ihr Nachfolger, Bruno Meister aus Hörhausen, wurden gewürdigt.