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Erst eine Kursleiterin im Thurgau

Die Dussnangerin Susanna Vogel-Engeli ist die bislang einzige Leiterin eines Kleinkinderkurses im Kanton Thurgau. Den letzten Kurs konnte sie erstmals doppelt führen. Teilweise übersteigt die Nachfrage das Angebot, denn am Anfang braucht es für den Kurs viel Einsatz.
Caspar Hesse
«Eltern reagieren am Schluss des Kurses oft sicherer und entspannter»: Susanna Vogel-Engeli in Aktion. (Bild: pd)

«Eltern reagieren am Schluss des Kurses oft sicherer und entspannter»: Susanna Vogel-Engeli in Aktion. (Bild: pd)

FRAUENFELD. In Kleinkinderkursen treffen sich Eltern gemeinsam mit ihrem Kind im Alter von ein bis drei Jahren. Für die Eltern geht es darum, sich unter professioneller Anleitung auszutauschen und weiterzubilden. Die Kinder haben die Möglichkeit für erste Kontakte mit Gleichaltrigen und Zeit für intensive Erlebnisse mit dem Elternteil. Den Kursleiterinnen ist es ein Anliegen, die Eltern für die Entwicklung ihres Kindes zu sensibilisieren und die Gruppe zu nutzen, um Sinnes- und Spielanregungen gemeinsam zu erleben.

Im Thurgau gibt es bis jetzt nur eine Kursleiterin des Vereins Kleinkinderkurse, Susanna Vogel-Engeli aus Dussnang. Sie wird unterstützt vom Kinder- und Jugendnetz Eschlikon, wie sie auf Anfrage sagt, und zwar mittels Kursausschreibung in der Gemeinde Eschlikon, und ausserdem darf sie den Gemeinderaum in Wallenwil gratis benützen. Ebenfalls ist sie im kantonalen Elternbildungskalender von Tageo aufgeführt.

Eine Lücke füllen

Der Verein Kleinkinderkurse bildet seit 2010 Kursleiterinnen aus. Diese sollen die Lücke zwischen dem Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) und der Spielgruppe füllen. PEKiP spricht Eltern mit Kindern bis zu einem Jahr an, Spielgruppen richten sich an Kinder über drei Jahren. Dazwischen gab es bisher nichts Professionelles, höchstens Krabbelgruppen.

«Auch Kinder ab dem Alter von einem Jahr haben schon ein grosses Bedürfnis nach anderen Kindern», sagt Vogel. Im Unterschied zu einer Krabbelgruppe bietet ein Kleinkinderkurs nebst freiem Spiel für die Kinder unter der Aufmerksamkeit der Eltern auch einen geführten Ablauf mit Ritualen und angeleitetem Singen, Werken und Bewegen. «In meinen Kursen können Ideen und Unterstützung für den Alltag geholt werden, und es bietet sich Kontakt zu andern Eltern. Das stärkt die jungen Familien und sie erfahren, dass sie mit ihren Themen nicht alleine sind.»

Dabei kommen in die Elternbildung hauptsächlich Personen, «die eher schon sensibilisiert sind», stellt Vogel fest. Es sind Eltern, die bewusst Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Es geht in den Kursen nicht einfach darum, Rezepte zu vermitteln, sondern eine positive und respektvolle Grundhaltung zu erlangen. «Eltern reagieren am Schluss des Kurses oft sicherer und entspannter», sagt Vogel. Sie versucht zu vermitteln, dass das Kind das Tempo der Entwicklung bestimmt. «Wenn man am Gras zieht, wächst es auch nicht schneller», sagt Vogel dazu.

Mehrere Standbeine

Problematisch ist der Mangel an Kursleiterinnen, sagt Vogel. Sie ist die einzige Kursleiterin im Thurgau. Von Februar bis Anfang April konnte sie nun im vierten Jahr erstmals einen Kurs doppelt führen. Sie versteht allerdings, dass Kursleiterinnen auch wieder abspringen, denn es braucht am Anfang viel Einsatz. Der Verein versucht zwar, Unterstützung zu leisten, so gut es geht. «Zukünftige Kursleiterinnen haben die Möglichkeit, bei unserem Grafiker Flyer sowie weiteres Werbematerial vom Verein zu beziehen, um ihre Kleinkinderkurse professionell zu vermarkten», wie Nicole Bezjak von der Geschäftsstelle des Vereins auf Anfrage sagt. Dazu setzt sich der Verein das Ziel, mit Gemeinden und Familienvereinen zusammenzuarbeiten.

Doch hätte Vogel nicht mehrere Standbeine – sie gibt unter anderem seit vielen Jahren auch Gordon-Trainings – dann wäre der Aufwand für sie auch grösser. Neben der fachlichen Qualifikation für die Kurse braucht es auch Werbung in eigener Sache, denn Kursleiterinnen sind selbständig. Dank ihrer weiteren Kursangebote kann Vogel von Synergien profitieren, was Werbung und Administration betrifft.

Zurzeit hat der Verein zehn aktive Kursleiterinnen schweizweit auf seiner Liste. Acht weitere Leiterinnen sind nicht mehr oder vorübergehend nicht mehr aktiv, beispielsweise wegen Auslandaufenthalts oder Mutterschaftsurlaubs, wie Nicole Bezjak sagt.

Es steht und fällt mit der Leiterin

Die Zürcherin Daniela Holenstein ist Gründerin, Präsidentin und Ausbildungsleiterin des Vereins Kleinkinderkurse. Die vierfache Mutter hat verschiedene Ausbildungen im Bereich Elternbildung. Sie ist mit der Entwicklung je länger je mehr zufrieden. Der Dachverband Elternbildung Schweiz fördert die Kleinkinderkurse vermehrt, und auch auf lokaler Ebene tue sich einiges in Sachen frühkindlicher Bildung.

Doch hauptsächlich kommt es auf die Aktivität der Kursleiterin an, und damit auf die Mund-zu-Mund-Propaganda der Teilnehmerinnen. Im weitläufigen Thurgau dauere das etwas länger. «Der Vorteil ist aber, dass man im Thurgau bereit ist, Wege per Auto zurückzulegen. In der Grossstadt geht man kaum ins nächste Quartier.»

Daniela Holenstein findet Susanna Vogels Kombination mit weiteren Kursen ideal: «Das ist das beste Geschäftsmodell.» Ansonsten eignet sich die Tätigkeit als Kursleiterin für den beruflichen Wiedereinstieg oder als Nebenberuf.

Im Mai startet der vierte Lehrgang zur Kursleiterin Kleinkinderkurse im Bildungszentrum Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zürich in Winterthur, www.kleinkinderkurse.ch. Susanna Vogel-Engelis nächster Kleinkinderkurs findet im Herbst statt. Mehr unter www.respektvoll.ch.

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