Erneuerung ohne Facelifting

Der Kanton will die Guyer-Bauten der Pädagogischen Mittelschule Kreuzlingen bis 2017 sanieren. Die Arbeiten erfolgen, während der Schulbetrieb weiterläuft. Die äussere Gestalt des architektonisch wertvollen Ensembles bleibt erhalten.

Martin Knoepfel
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Die Guyer-Bauten der PMS Kreuzlingen bilden ein architektonisch wertvolles Ensemble. (Archivbild: Donato Caspari)

Die Guyer-Bauten der PMS Kreuzlingen bilden ein architektonisch wertvolles Ensemble. (Archivbild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Die Guyer-Bauten der Pädagogischen Mittelschule (PMS) in Kreuzlingen figurieren unter den Bauvorhaben im Kantonsbudget 2012. Sie stammen vom Ehepaar Esther und Rudolf Guyer (siehe Kasten) und sind wichtige Beispiele für die Stilrichtung der «neuen Moderne».

Bis 2017 will der Kanton den Komplex aus den Jahren 1970 bis 1972 vollständig sanieren lassen. Die Kosten belaufen sich auf 17,9 Mio. Franken. Am meisten wird 2015 mit 5,4 Mio. Franken investiert. Dieses Jahr sind kleinere Arbeiten für rund 500 000 Franken vorgesehen. 2013 und 2014 sind es dann 2 und 2,5 Millionen.

Dach wurde verstärkt

Letztes Jahr hat der Kanton für Sofortmassnahmen bei den Guyer-Bauten 1,1 Mio. Franken investiert. Einerseits galt es, die Bauten rollstuhlgängig zu machen. Allerdings müssen die Rollstuhlfahrer heute noch Umwege in Kauf nehmen oder teilweise Wege benutzen, die steiler sind, als es der Norm entspricht. Das soll sich ändern. Behindertengerechte Toiletten sind jetzt vorhanden.

Andererseits wurde das Dach der Doppelturnhalle verstärkt. Vorher habe das Dach die heutigen Standards über die Festigkeit bei starkem Schneefall nicht mehr erfüllt, räumte Claudia Peyer, Leiterin der Schulverwaltung der PMS, ein. Jetzt sei garantiert, dass das Dach nicht einstürzen könne, versichert Andreas Kern, Leiter Bildungsbauten im kantonalen Hochbauamt. Nach der Sanierung wird der Komplex die heutigen, strengeren Normen betreffend Erdbeben- und Brandsicherheit erfüllen.

Die mit Kies bedeckten Flachdächer sind zum Teil nicht mehr dicht, so dass es hineinregnet. Sie müssen deshalb und aus energetischen Gründen saniert werden. Nach der Sanierung werden die Gebäude Minergiestandard haben. Geheizt werden die Guyer-Bauten künftig von der Holzschnitzelheizung des Campus.

Schulbetrieb läuft weiter

Die Sanierung erfolgt, während der Unterricht weiterläuft. Das erklärt laut Kern die sechsjährige Bauzeit. Lärmige Arbeiten finden aber gemäss Peyer in den Ferien statt. Zudem gibt die Schule dem kantonalen Hochbauamt Zeitfenster vor, in denen keine lärmigen Arbeiten möglich sind, etwa während der Prüfungen. Dieses Jahr seien keine ins Gewicht fallenden Störungen des Unterrichts zu erwarten. Nur während der Sanierung der Sporthalle sei eine Ausweichlösung nötig, sagt Peyer.

Die Sanierung werde das Erscheinungsbild der Gebäude nicht verändern, versicherte Kern. Bautechnisch sei die Sanierung nicht besonders anspruchsvoll. Architektonisch anspruchsvoll sei es gewesen, Lösungen zu finden, um die Gebäude behindertengerecht zu machen und um den Minergiestandard zu erreichen.

Noch offen ist, ob das Schwimmbad 2017 zu einem Gymnastikraum umgebaut werden wird. Das hängt davon ab, ob die Stadt Kreuzlingen die geplante Schwimmhalle realisieren wird. Wenn nicht, werden die Installationen des Schwimmbads umfassend erneuert.