Ermatingen bringt sich ins Spiel

ERMATINGEN. Am Donnerstagabend erlebt eine halbe Millionen Zuschauer beim «Donnschtig-Jass», wie schön es in Ermatingen ist. Das Fernsehen baut seit gestern auf der Stedi auf. Zu den Proben und zur Live-Sendung sind alle eingeladen.

Gudrun Enders
Drucken
Teilen
Das Fernsehen ist da: Am Donnerstagabend jasst Bern gegen Köniz am Unterseeufer. (Bild: Nana do Carmo)

Das Fernsehen ist da: Am Donnerstagabend jasst Bern gegen Köniz am Unterseeufer. (Bild: Nana do Carmo)

ERMATINGEN. Ein Gabelstapler surrt über die Stedi. Er transportiert eine Holzkiste, auf der «Jass» steht und «Bühnentechnik». Das Schweizer Fernsehen baut seit gestern für den «Donnschtig-Jass» auf. 13 Lastwagen transportieren – von der Bühne über den zehn Meter hohen Kamerakran bis zum kleinsten Mikrophon – mehr als 20 Tonnen Material ans Unterseeufer. Das jedenfalls schätzt Bühnenmeister Heinz Brehm.

Gestern vormittag wurde die Basis des Jass-Zeltes aufgebaut. Dieses soll nach allen Seiten offen sein und den Blick auf den See oder die alten Fischerhäuser freigeben. «Und hier fängt die Kamera das Glitzern des Sees ein», sagt Regisseur Bruno Kocher. Das funktioniert aber nur, wenn das Wetter mitspielt. Kocher holt seinen Plan von der Stedi heraus und zeigt, wo Maja Brunner auftreten wird oder bei welcher Einstellung das alte Zollhaus ins rechte Licht gerückt wird. Möglichst viel Untersee und Ermatingen will Kocher für die Sendung einfangen.

Erstmals mit Kilchsperger

Als neuer Jass-Moderator feiert Roman Kilchsperger in Ermatingen Premiere. «Er ist ein leidenschaftlicher Jasser», verrät Regisseur Kocher. Kilchsperger gehöre einer privaten Jassgruppe an. Insidern sei dieser wöchentliche Termin bestens bekannt. Als Gast wird Hausi Leutenegger in der Sendung auftreten. Für den gebürtigen Hinterthurgauer hält der Thurgauer Reto Scherrer als Aussenmoderator eine Herausforderung bereit. Mehr wurde nicht verraten. Da lässt sich nur spekulieren: Der ehemalige Bobfahrer darf womöglich mit einer Seifenkiste den Wolfsberg runterfräsen. Das wäre zumindest eine passende Überleitung zur Jass-Comedy mit Micheline Calmy-Rey, Christoph Blocher und Hakan Yakin. Alles nur Spass, die Leibhaftigen kommen nicht.

Gutes Wetter, viel Publikum

Mit dem Wetter steht und fällt am Donnerstag viel: Schliesslich sitzen die Besucher im Freien, auch wenn es stürmt und regnet. Spielt Petrus mit, geht Gemeindeammann Stuber von mindestens 1000 Gästen aus. Die Fernsehleute rechnen mit deutlich mehr. «In Mosnang kamen allein 3500 Zuschauer», sagt Regisseur Kocher. Bänke und Tische stehen sternförmig, damit der Blick frei aufs Geschehen ist. Zudem gewährleisten 25 Monitore, dass alle den Jass mitverfolgen können.

Egal wie viele Gäste wirklich eintreffen, wichtig ist, dass sie möglichst mit Bus, Bahn oder Kursschiff anreisen. «Vom Bahnhof ist der Weg zur Stedi genauso weit wie von einem Parkplatz», sagt Gemeindeammann Stuber. Wer dennoch mit dem eigenen Wagen fährt, wird auf Parkplätze beim alten Turnplatz, auf dem Bahnhofareal oder an Ried- und Hofackerstrasse eingewiesen.

Auf der Stedi versorgen Turnverein und Männerchor die Gäste. Die beiden Vereine richten die traditionelle Staader Chilbi aus, die sich unmittelbar an den «Donnschtig-Jass» anschliesst. Zur Chilbi am Samstag und Sonntag gehören Budenbetrieb, Bar und Lounge, Tanzmusik am Samstagabend, musikalischer Frühschoppen am Sonntag und durchgehender Betrieb bis Sonntagnacht.

Aktuelle Nachrichten