Erinnerungen an die DDR

Das Aadorfer Open-Air-Kino brachte an zwei lauwarmen Abenden Filme ins Freibad.

Kurt Lichtensteiger
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AADORF. Für eine der drei Vorstellungen des Aadorfer Open-Air-Kinos musste der Männerchor als Veranstalter die Grossleinwand in der Turnhalle aufrichten. Die anderen Filme konnten planmässig unter freiem Himmel in der Aadorfer Badi gezeigt werden. Dort empfingen an der ersten Aufführung irische Klänge einer Band aus Winterthur die rund 80 Besucher des Films «Walking Ned Devine». Der irische Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der im Lotto eine Million Pfund gewonnen hatte, vor lauter Glückseligkeit aber sein Zeitliches segnete. Die Dorfbewohner wollten sich den Gewinn nicht nehmen lassen, was eine lustige Fortsetzung in Gang setzte.

Die Schweizermacher

Den Klassiker «Die Schweizermacher» verpassten die Pessimisten, die in den dunklen Wolken nahendes Unheil heranziehen sahen. Einzelne Regentropfen waren nur ein Intermezzo, denn sogleich wölbte sich ein fast klarer Abendhimmel über dem Freibad. Für Romantik sorgten die natürliche und künstliche Beleuchtung, für nostalgische Gefühle das Surren der beiden 35-Millimeter- Filmspulen mit einer Länge von zusammen 2950 Metern.

Aktueller Bezug

Wohl manche der über 50 Besucher hatten den Film von Rolf Lyssy mit Emil Steinberger und Walo Lüond aus dem Jahr 1978 schon gesehen. Der nach wie vor aktuelle Bezug zur Gegenwart liess die Betrachter nicht kalt. Dies empfand auch Elisabeth Hess: «Ich habe den Film schon in den 80er-Jahren gesehen. Ähnliche Zustände herrschen noch heute.» Und ihr Begleiter Iginio Engeler erinnerte sich an eine besondere Begebenheit: «Ich war 1980 geschäftlich in Leipzig, der ehemaligen DDR. Dort wurde der Film gezeigt, was erstaunlich war. Die Leute haben mich darauf immer wieder angesprochen, den Film als super tituliert und mir sogar dafür gratuliert. Man konnte als Schweizer stolz sein.»