Erinnerung

Paula Eberhard (85) aus Ernetschwil hat sich gestern in der «Südostschweiz» an ihre Kindheit erinnert: «Noch heute habe ich Heimweh, wenn ich an meine alte Heimat, den Thurgau, denke.

Drucken
Teilen

Paula Eberhard (85) aus Ernetschwil hat sich gestern in der «Südostschweiz» an ihre Kindheit erinnert: «Noch heute habe ich Heimweh, wenn ich an meine alte Heimat, den Thurgau, denke. Im Frühling glichen die blühenden Obstbäume einem Meer von Blumensträussen, und im Herbst waren sie übervoll mit Früchten behangen. Niederstammbäume kannte man damals noch nicht, und die Bauern mussten für die Ernte auf die Bäume klettern.

In den fünf Häusern in Hub, wo ich mit zehn Geschwistern aufgewachsen bin, gab es 55 Kinder. Jeden Morgen um sechs Uhr machten wir uns auf den halbstündigen Weg in die Kirche. Dabei naschten wir immer von Grossvaters Heubirnen. Ihn habe ich gefürchtet wie ein Schwert. Nach der Kirche rannten wir zur höher gelegenen Schule auf dem Fimmelsberg. Ab der 7. Klasse gingen wir von Ostern bis zum 1. November nur noch am Mittwochmorgen zur Schule. Die restliche Zeit mussten wir den Bauern helfen.»