Ergebnisse mal ganz plakativ

Der Think Tank Thurgau hat die Eckwerte seiner Studie zur Energiezukunft im Thurgau auf einem Plakat grafisch aufbereitet. Das Infoplakat soll auch zur weiteren Diskussion im Kanton Thurgau anregen.

Sebastian Keller
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WEINFELDEN. «Ohne Energie geht nichts», sagte Toni Schönenberger. Deshalb gab die Stiftung Think Tank Thurgau, die Schönenberger präsidiert, zu ihrem 10-Jahr-Jubiläum die Studie «Energielandschaft Thurgau: Langfristige Perspektiven und Potenziale» in Auftrag. Damit die Studien nicht nur Fachleute zum Kopfschütteln oder -nicken anregt, hat die Stiftung als visuelle Zusammenfassung ein Infoplakat erstellt. An der gestrigen Medienpräsentation sagte Schönenberger: «Ein grosses Potenzial liegt noch bei der Energieeffizienz.» Ein Themenfeld, das der Think Tank Thurgau allenfalls in Zukunft beackern will. Zuerst soll aber das Infoplakat den Energie-Diskurs im Kanton befeuern.

Auch verrückte Ideen

Christian Lämmle vom Institut für Energietechnik der ETH Zürich, der an der Studie mitgearbeitet hat, zeigte einige Resultate. «Wir haben auch verrückte Ideen gesucht.» Darunter fällt etwa die Idee, dass alle Thurgauer auf ihren energiefressenden Arbeitsweg verzichten würden. Das hiesse dann: Alle arbeiteten dort, wo sie auch wohnen, nehmen maximal das Velo oder gehen zu Fuss. Die Nachfrage nach Energie würde sinken. Das soll ein Denkanstoss sein, kein konkretes Projekt. Die ETH-Wissenschafter haben sich auch mit der Energieproduktion befasst. «Biogas hat ein grosses Potenzial», sagte Lämmle. Biogas sieht er neben Wasserkraft und Sonnenenergie für den Thurgau als zukunftsträchtige Energiequellen. «Geothermie sehen wir eher kritisch.» Wegen der Erdbeben wachse der Widerstand in der Bevölkerung. Als weiteren Punkt erwähnte Lämmle die Speicherung. Das wäre bei der Sonnenenergie von Vorteil. «Wir sind daran, Batterien für den Hausgebrauch zu entwickeln.»

Politik definiert den Rahmen

Die EKT Holding AG hat neben der Thurgauer Kantonalbank die Studie unterstützt. EKT-CEO Markus Schüpbach sagte: «Sie zeigt uns, dass das Thema Energie alle betrifft.» Die Studie habe interessante Ansätze gezeigt, «auch wenn nicht das Gelbe vom Ei gefunden wurde». Die EKT-Gruppe habe selber rund 50 Projekte angeschaut und dabei gemerkt: «Im eigenen Garten will kaum jemand eine Anlage.» Er hoffe nun, wie die gesamte Branche, dass die Politik bald die Rahmenbedingungen für die Zukunft definiere.

Die Plakate können bei der Geschäftsstelle des Think Tanks Thurgau unter info@thinktankthurgau.ch oder Telefon 071 626 40 60 kostenlos bestellt werden.