Er war immer auf alles vorbereitet

FRAUENFELD. Kurt Sieber blickt auf ein «wunderschönes Jahr» als höchster Frauenfelder zurück. «Ich kann das Amt jedem empfehlen», sagt der abtretende Gemeinderatspräsident. Nun freut er sich aber auch darauf, wieder aktiv zu politisieren.

Markus Zahnd
Drucken
Teilen
Gemeinderatspräsident Kurt Sieber, hier auf dem Balkon des Schlosses, erlebte in seinem Amtsjahr viele spannende Begegnungen. (Bild: Donato Caspari)

Gemeinderatspräsident Kurt Sieber, hier auf dem Balkon des Schlosses, erlebte in seinem Amtsjahr viele spannende Begegnungen. (Bild: Donato Caspari)

Kurt Sieber will keine Rangliste erstellen. «Es gibt ihn nicht, den schönsten Anlass in meinem Jahr als Gemeinderatspräsident. Meine Frau Jrène begleitete mich häufig, wir wurden überall herzlich empfangen. Jeder Anlass war für sich etwas Spezielles», sagt der abtretende Präsident. Dennoch stechen für ihn zwei Ereignisse heraus: «Das eidgenössische Tambouren- und Pfeiferfest mit integriertem Stadtfest im Juni war von seiner Grösse her beeindruckend», sagt Sieber. Eindrücklich war für ihn aber auch das Säckli-Einpacken bei der Chlausgesellschaft: «Dort werden innert kurzer Zeit unglaublich viele Säckli eingepackt – und es macht erst noch grossen Spass.»

Spass hatte Sieber aber im ganzen Amtsjahr, das er als «wunderschön» bezeichnet. Interessant sei vor allem der intensive Kontakt mit der Bevölkerung gewesen. «Viele kamen auf mich zu und haben über ihre Freuden und Sorgen gesprochen.» So habe er gespürt, wo den Frauenfeldern der Schuh drückt. Der 61jährige SVP-Gemeinderat nennt vor allem drei Themen, welche die Menschen in den vergangenen zwölf Monaten bewegt haben: die Einführung der Begegnungszone, der Verkehr, aber auch die Schule. «Ich werde sicher einiges aufgreifen. Vielleicht nicht unbedingt mit politischen Vorstössen, sondern mit Diskussionen in der Partei.»

Die Budgetdebatte war streng

Die Aufgabe des Gemeinderatspräsidenten ist aber nicht nur das Repräsentieren, sondern vor allem auch die Leitung der Gemeinderatssitzungen. Sieber hat jede Sitzung mit einem Zitat eröffnet. «Die Leitung der Sitzungen war eine Herausforderung, Gemeindeordnung und Geschäftsreglement des Gemeinderates waren meine steten Begleiter», sagt Sieber. Zu seiner Vorbereitung gehörte zum Beispiel auch die Lektüre sämtlicher Protokolle der Geschäftsprüfungskommissionen. «So hatte ich stets ein Gespür für allfällige Streitpunkte. Und ich habe mich dann auf verschiedene Varianten vorbereitet.»

Grössere Probleme gab es daher nie. Am meisten gefordert wurde er in der Budgetdebatte. Diese dauerte wie gewohnt lange, im vergangenen Dezember waren es mehr als sechs Stunden. «Man muss jedes Votum hochkonzentriert verfolgen, schliesslich könnte immer ein Antrag kommen. Diese Sitzung hat mich gefordert, danach war ich ziemlich müde», gibt Sieber zu. Dass die Sitzungen reibungslos verlaufen seien, habe vor allem auch mit seinen Ratskollegen zu tun. «Die Disziplin ist hoch. So musste ich beispielsweise nie jemanden an die zehnminütige Redezeit erinnern, die ausser für die GPK-Sprecher und den Stadtrat für alle gilt.» Daher seien die meisten Sitzungen speditiv verlaufen.

Ratschläge an seine designierte Nachfolgerin Eveline Buff will Sieber nicht erteilen. Nur eine Botschaft: «Bleibe einfach du selber und geniesse das wunderschöne Amt.» Obwohl er selber das Amtsjahr genossen hat, freut er sich nun darauf, sich im Rat wieder aktiver einzubringen. Denn als Gemeinderatspräsident hält man sich zurück. «Manchmal hätte es mich aber schon gereizt, auch inhaltlich etwas zu sagen», sagt Sieber.

Reglement regelt nicht alles

Nun will er aber wieder Themen aufgreifen. Zum einen sind das die Anliegen der Bevölkerung, die er in seinem Amtsjahr herausgespürt hat. Als Präsident, der das Amt «jedem empfehlen kann», ist ihm aber auch noch etwas anderes aufgefallen: «Das Geschäftsreglement des Gemeinderates bedarf einer Teilrevision. Es ist nicht jeder Vorgang genau geregelt, man müsste einiges präzisieren. Das würde den Betrieb erleichtern.»