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Er war der jüngste Regierungsrat der Schweiz

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Zusammentreffen mit Felix Rosenberg. Es war vor gut 50 Jahren in unserer beider Studium der Rechte an der Universität Freiburg, und zwar am Stamm der Studentenverbindung Alemannia.
Philipp Stähelin, Ehemaliger Regierungsrat und Ständerat
Felix Rosenberg (1941–2014) Ehemaliger Regierungsrat und PTT-Generaldirektor (Bild: Archiv ky/Lukas Lehmann)

Felix Rosenberg (1941–2014) Ehemaliger Regierungsrat und PTT-Generaldirektor (Bild: Archiv ky/Lukas Lehmann)

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Zusammentreffen mit Felix Rosenberg. Es war vor gut 50 Jahren in unserer beider Studium der Rechte an der Universität Freiburg, und zwar am Stamm der Studentenverbindung Alemannia. Das Treffen durchaus typisch: eine gesellige Runde, gute, auch in die Tiefe gehende Diskussionen, oft mit einem rechten Schuss Politik dabei. Politik – schon damals war seine Ausrichtung zur CVP hin deutlich erkennbar, mitgegeben vom Vater Martin Rosenberg, dem Partei- und Fraktionssekretär sowie Bundeshausredaktor des Parteiorgans «Vaterland» der damaligen Katholisch-Konservativen, mitgeprägt aber auch von der Freiburger Hochschule, welche als Kaderschmiede der Partei galt. Dieser, seiner Universität blieb Felix über Jahrzehnte als Mitglied des Universitätsrates und als Ehrendoktor eng verbunden.

Von Baden in den Thurgau

Nach Studien- und Wanderjahren durfte ich dann Felix Rosenberg in unserem Kanton wieder begegnen. Regierungsrat Franz Josef Harder hatte ihn aus seiner Gerichtsschreiberstelle in Baden als Departementssekretär in den Thurgau geholt. Rasch wurde er zusammen mit Ehefrau Monika in Frauenfeld heimisch und fand einen wachsenden Freundeskreis. Für unsere Partei entwickelte er sich zum eigentlichen Glücksfall. Auch im Thurgau fanden sich die bisher eigenständigen KK und CSP zusammen, welche beileibe nicht immer den Gleichschritt gefunden hatten. Vermittelnde, aber auch unbelastete Persönlichkeiten waren gerufen, ans Ruder zu treten. Der konziliante Felix Rosenberg wollte sich diesem Ruf nicht entziehen. Er übernahm das Präsidium der Ortspartei Frauenfeld und begründete so seine politische Karriere.

Führungsrichtlinien gelten noch

Kurze Zeit später kürten ihn die kantonalen Delegierten zum Kandidaten für die Nachfolge des zurücktretenden Franz Josef Harder. Mit 33 Jahren wurde Felix Rosenberg dann zum damals jüngsten Regierungsrat der Schweiz gewählt. Seine Regierungsjahre waren für Felix eine erfüllte Zeit. Er fühlte sich wohl im Finanz-, Forst- und Militärdepartement. Und er setzte Massstäbe, insbesondere auch in der Verwaltungsführung. Die Grundzüge der Führungsrichtlinien, welche noch heute gelten, wie auch der Personal- und Besoldungsordnung gehen auf ihn zurück. Als Staatsschreiber jener Zeit durfte ich sein Mitwirken im Regierungskollegium erleben. Seine Stimme und sein Rat waren gefragt, auch über die Kantonsgrenzen hinaus. Als Präsident der Finanzdirektorenkonferenz erzielte er gesamtschweizerisch Wirkung. Im Präsidium der CVP Schweiz und im Kreis der Christdemokraten des Bodenseeraums konnte er seine Werte einbringen.

Ein Herzensanliegen war Felix das Schicksal der vor sich hin dämmernden Kartause Ittingen. Zusammen insbesondere mit Oberrichter Walter Kramer und seinem Departementssekretär Robert Fürer entwickelte er das Konzept der Erhaltung und Belebung der Kartause und sorgte mit Unterstützung vor allem des Industriellen Max Schmidheiny auch für die wirtschaftliche Grundlage. Bis zuletzt als Ehrenpräsident und Stiftungsrat der Kartause engagiert, durfte er am Gedeihen seines Werkes Freude haben.

Thurgauer Botschafter in Bern

Sein weiteres Wirken führte Felix Rosenberg auf die schweizerische Ebene. Als PTT-Direktor, als CEO und sodann als Verwaltungsrat der Swisscom hat er deren organisatorische und strategische Ausrichtung begründet, welche noch heute gilt.

Mit seiner Familie ist er bei uns in Frauenfeld wohnhaft und «geerdet» geblieben und hat seine Freundschaften gepflegt. Aber auch im Bundesparlament war seine Thurgauer Bindung bewusst, und er war einer unserer «Botschafter» in Bern.

Felix Rosenberg war in vielen Runden gerne gesehen. Umso mehr beelendete es seine Freunde, dass er unvermittelt und für lange Monate ins Krankenbett musste und nie mehr voll genesen sollte. Er hinterlässt uns allen viel. Stets hat er sein Wirken als Dienst an der Gemeinschaft, an der öffentlichen Sache verstanden. Und stets hat er über das Tagesgeschäft hinaus gesehen.

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