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Entschuldigung kommt per Post

Das brisanteste Traktandum an der Sitzung des evangelischen Kirchenparlaments war die Interpellation von Peter Kuster zum Thema Fundamentalismus und Homosexualität. Doch gestern wollte Kuster die Diskussion nicht mehr.
Michèle Vaterlaus
Der Synodale Peter Kuster erklärt, dass er dem betroffenen Pfarrer einen Brief geschrieben hat. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Der Synodale Peter Kuster erklärt, dass er dem betroffenen Pfarrer einen Brief geschrieben hat. (Bild: Michèle Vaterlaus)

FRAUENFELD. Die Themen Fundamentalismus und Homosexualität müssen in der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau diskutiert werden. Das sagte Peter Kuster Anfang Juni gegenüber der Ostschweiz am Sonntag. Denn in seinen Augen wurde die Bibel missbraucht, um Menschen auszugrenzen. Um eine solche Diskussion herbeizuführen, hatte der Synodale eine Interpellation eingereicht, in der er den Kirchenrat auffordert, Stellung zum Fall Bichelsee zu beziehen. Dort kam es im Frühling an einer Kirchgemeindeversammlung bei der Wahl eines neuen Pfarrers zu einem grenzwertigen Schlagabtausches. Grund war die Homosexualität des vorgeschlagenen Kandidaten (siehe Kasten).

Gestern an der Sitzung der Synode der Evangelischen Landeskirche Thurgau war die Interpellation wohl das brisanteste Traktandum. Doch Peter Kuster verzichtete darauf, die Diskussion zu beantragen.

Ein Brief als Entschuldigung

Dennoch trat der 73jährige ehemalige Spitalpfarrer ans Mikrophon. Er sagte, er sei zu der Erkenntnis gekommen, dass die Synode der falsche Ort für eine solche Diskussion rund um Fundamentalismus und Homosexualität sei. Er sagte aber auch, dass er der Meinung ist, dass der Kirchenrat die ganze Situation verharmlose. Schliesslich las er einen Brief vor, den er gemeinsam mit dem Synodalen Peter Sauder verfasst hatte und den er an den schwulen Pfarrer schicken wird. «Es tut uns leid, dass Sie im Zusammenhang mit Ihrer Wahl in Bichelsee und Dussnang in einer für uns nicht akzeptablen Weise verletzt worden sind», steht in diesem Brief. Und: «Wir distanzieren uns von jeder selbstherrlichen und aus unserer Sicht missbräuchlichen Bibelauslegung.» Die Synodalen konnten den Brief im Anschluss an die Sitzung im Foyer des Frauenfelder Rathauses unterschreiben. Einige nutzten die Gelegenheit und setzten ihren Namen unter die Worte. Andere verliessen das Rathaus, ohne zu unterschreiben.

Arbeitsgruppe soll es klären

Auch wenn die Interpellation während der Sitzung nicht diskutiert wurde, ist für Kuster das Thema noch nicht vom Tisch. «Ich war zu Gast in einigen Vorsynoden und gehe mit ihren Argumentationen einher, dass die Themen in einer Arbeitsgruppe besser aufgehoben sind.» Eine Arbeitsgruppe gibt es noch nicht. «Die muss ich jetzt irgendwie gründen», sagte Kuster am Rande der Sitzung. Das sei wohl jetzt sein nächstes Projekt.

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