Entscheid ist noch nicht gefallen

Sirnach lehnt einen Autobahnanschluss Wil West bei der Dreibrunnenstrasse ab. Die Kritik der Gemeinde weist die Projektleitung zurück. Münchwilen und Wil haben sich noch nicht entschieden, welche Variante sie bevorzugen.

Philipp Haag
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Eine Variante für einen Autobahnanschluss Wil West sieht die Brücke Dreibrunnenstrasse bei Gloten vor. (Bild: Reto Martin)

Eine Variante für einen Autobahnanschluss Wil West sieht die Brücke Dreibrunnenstrasse bei Gloten vor. (Bild: Reto Martin)

Sirnach. Sirnacherstrasse oder Dreibrunnenstrasse: Die Frage, wo genau der Autobahnanschluss Wil West bei Gloten hingebaut werden soll, bewegt die Gemüter. Es hängt viel von diesem Autobahnzubringer ab, ist er doch zentrales Element des Agglomerationsprogramms der Regio Wil (siehe Box). In diesem Aggloprogramm sind zwei Varianten aufgeführt: Ein Autobahnzubringer bei der Brücke über die A1 bei der Dreibrunnenstrasse und ein Anschluss bei der Autobahnbrücke Sirnacherstrasse.

Die Gemeinde Sirnach hat sich sich nun entschieden gegen einen Autobahnanschluss bei der Brücke Dreibrunnenstrasse ausgesprochen (wir berichteten gestern). Diese Stellungnahme ist Bestandteil der Vernehmlassungsantwort zum Aggloprogramm. Gemeindeammann Kurt Baumann kritisiert darin die Planungsleitung der Regio Wil, weil Sirnach als Standortgemeinde nicht in die Planung mit einbezogen worden und nie über den Planungsstand informiert worden sei sowie Studien eines Planungsbüros, bei denen der Anschluss Sirnacherstrasse am besten abschneide, ignoriert würden.

Zwei Varianten

«Der Entscheid, welche Anschlussvariante realisiert wird», ist noch gar nicht gefallen», kontert Projektleiter Ueli Strauss, St. Galler Kantonsplaner. Ausserdem sei ja die Vernehmlassung dafür da, dass sich die Gemeinden äussern können. Das Astra habe zwei Varianten für den Autobahnanschluss erarbeitet: Dreibrunnenstrasse und Sirnacherstrasse. Beide seien ins Agglo-Programm aufgenommen worden. Der Entscheidungsprozess, welche Variante die sinnvollste sei, laufe nun an. Strauss verweist auf die Testplanung für das Entwicklungsschwerpunktgebiet Wil West bei Gloten, die in die Entscheidungsfindung mit einfliessen werde. Morgen Donnerstag findet gemäss Strauss eine Sitzung der erweiterten Projektleitung statt. Traktandiert sei der Autobahn-Anschluss Wil West. An der Sitzung sollte ein Grundsatzentscheid gefällt werden, wer darüber befindet, welche Zubringer-Variante umgesetzt werden soll. Der Projektleiter kann sich vorstellen, dass die Regierungsräte der beiden Kantone diesen Beschluss fassen werden.

Details noch nicht bekannt

Auch der Wiler Stadtpräsident Bruno Gähwiler verweist auf die Sitzung vom Donnerstag. Zu den beiden Zubringervarianten möchte er sich nicht äussern. Er habe noch keine Detailkenntnisse. Gähwiler sagt einzig: «Der Stadtrat hat in seiner Vernehmlassungsantwort keine Stellung bezogen.»

Ähnlich äussert sich der Gemeindeammann von Münchwilen, Lorenz Liechti: «Der Gemeinderat hat sich bis jetzt noch nicht speziell mit den Autobahnzubringer-Varianten befasst.» Für Münchwilen sei die Variante Dreibrunnen- aber eine Alternative zum Anschluss Sirnacherstrasse. Liechti, Präsident der Regio Wil, kann die Kritik aus Sirnach nicht ganz nachvollziehen. Die Gemeinden seien an Informationskonferenzen über den Planungsstand informiert worden. Ausserdem sieht auch Liechti die Vernehmlassung als das geeignete Instrument an, bei dem sich die Gemeinden äussern können.

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