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ENTHÜLLT: Kreuzlingen wieder mit Kreuz

Gestern Sonntag feierte die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen mit Erzbischof Thomas Edward Gullickson die vorübergehende Rückkehr des Reliquienkreuzes. Rund 150 Jahre lagerte es im Museum des Vatikans.
Barbara Hettich
Feierliche Enthüllung: Reliquienkreuz in der Kirche St. Ulrich. (Bild: Donato Caspari)

Feierliche Enthüllung: Reliquienkreuz in der Kirche St. Ulrich. (Bild: Donato Caspari)

Barbara Hettich

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Bis auf den letzten Platz war die Kirche St. Ulrich zum Gottesdienst am gestrigen Sonntag besetzt. Gefeiert wurde die Rückkehr des Kreuzes, das einst der Stadt seinen Namen und sein Wappen gegeben hat und seit rund 150 Jahren im Museum des Vatikans gelagert wurde. Ein besonderer Tag also nicht nur für die Kirchbürger, sondern für ganz Kreuzlingen.

«Dieses Kreuz schlägt Brücken»

Beim Einzug in die Basilika der Ministranten mit Pfarrer Alois Jehle, Bischof Felix Gmür und Erzbischof Thomas Edward Gullickson, apostolischer Nuntius der Schweiz, ertönte von der Empore die bombastische Feuerwerksmusik von Händel für Orgel, zwei Trompeten und Pauke. «Lobet den Herrn…» sangen die Kirchenchöre St. Ulrich und ­ St. Stefan.

Pfarrer Alois Jehle begrüsste die Gäste: «Dieses Kreuz schlägt Brücken, dies ist ein grosser Tag für uns alle.» Dann war der grosse Moment gekommen: Eine Ministrantin enthüllte die Reliquie, die in nun in ihrer Vitrine im Chor der St. Ulrich-Kirche steht und in den kommenden Wochen und Monaten bewundert werden kann. Kirchenpräsident Beat Krähenmann würdigte das Engagement der beiden Kirchbürger Jules Brenneis und Georg Strasser, die das Kreuzlinger Kreuz im vatikanischen Museum entdeckt und sich dafür eingesetzt haben, dass das Schicksal des Kreuzes umgeschrieben werde.

Um die Bedeutung dieses Kreuzes aufzuzeigen, würdigte Stadtpräsident Andreas Netzle den geschichtlichen Hintergrund. Nicht das Kreuz, sondern ein Splitter des Kreuzes von Jesus Christus, ein «Cruzelin», das Konrad, Bischof von Konstanz, im Jahr 950 von seinen Reisen nach Jerusalem mitgebracht hatte, habe der Stadt seinen Namen gegeben. Das Cruzelin wurde aber von 1557 bis 1848 in ­ diesem Kreuz in der Kloster­kirche aufbewahrt. «Dieses Kreuz bedeutet uns sehr viel», sagte Netzle, es gebe der Stadt ein Stück Iden­tität.

Am gestrigen Sonntag feierte die Kirche St. Ulrich nicht nur ­ die Rückkehr eines Ur-Relikts, sondern auch das Patrizionats­fest des Heiligen St. Ulrich. Erzbischof Thomas Edward Gullick­son ging in seiner Predigt insbesondere auch auf diesen Propheten ein.

Die Kirchbürger sollten nicht zögern, ihre Anliegen in Fürbitten bei ihrem Propheten anzubringen. Dies sei nicht nur eine schöne Tradition, sondern der heilige Ulrich sei eine Verbindung zu Gott. Genau wie ein Kreuz, an dem Jesus geboren und unter dem wir getauft wurden. Eine Taufe reiche über die schönen Bräuche hinaus. «Nicht ohne Stolz, mit Freude und Dankbarkeit, lasst uns das Geschenk des Kreuzes annehmen», so der Erzbischof.

Eine Leihgabe des Vatikans

Das silberne Reliquienkreuz, das Abt Georg Tschudi 1557 dem Chorherrenstift Kreuzlingen schenkte, wurde nicht an Kreuzlingen zurückgegeben, sondern ist eine Leihgabe des Vatikans. Wie lange das Kreuz in Kreuzlingen bleibt, ob drei Monate oder doch länger, ist noch nicht abschliessend geklärt.

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