ENERGIESTÄDTE: Gemeinden rüsten mit Stromtankstellen auf

In Frauenfeld haben sich Vertreter aus zwölf Thurgauer Energiestädten getroffen. Als aktuellen Trend kristallisierten sie die Elektromobilität heraus. In mehreren Gemeinden sind Stromtankstellen geplant.

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«Energie wurde bei uns zur Chefsache erklärt!», beschreibt der Frauenfelder Stadtrat Urs Müller die städtische Energiepolitik. Ausgezeichnet mit dem Label Energiestadt Gold hat die Stadt die Zusammenarbeit mit benachbarten Gemeinden gesucht und entwickelt über die eigenen Grenzen hinaus Energie- und Mobilitätsrichtpläne. Das Label ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige Energiepolitik vorleben und umsetzen. Die angereisten Vertreter aus zwölf Thurgauer Energiestädten berichten von den neusten Entwicklungen in ihren Gemeinden. Speziell in Sachen Mobilität ist einiges in Bewegung. So sind in Berg, Diessenhofen, Frauenfeld und weiteren Gemeinden Stromtankstellen für Elektroautos geplant oder demnächst umgesetzt. Elektromobilität ist der grosse Trend. Bauämter schaffen E-Bikes an, Gemeindeverwaltungen kaufen Elektroautos. Auch Carsharing als Modell für eine reduzierte Verkehrsbelastung ist in den Gemeinden angekommen. Eschlikon kämpfte um einen Mobility-Standort und hat diesen im März bekommen. Als Krönung der Bemühungen wurde der Standort mit einem Elektroauto ausgerüstet. Davon inspiriert wollen weitere Gemeinden ein solches Angebot bei sich anbieten.

Grosse Nachfrage nach Solaranlagen-Anteilen

In Referaten wurden Vorbildmassnahmen vorgestellt. Frauenfeld und Bischofszell feiern ­Erfolge mit dem Verkauf von Anteilen an Solaranlagen auf kommunalen Gebäuden. Die Anteile waren jeweils innert weniger Wochen ausverkauft, und Wartelisten mussten erstellt werden. Beide Gemeinden lancieren deshalb neue Solarprojekte. Einen innovativen Weg betritt Kreuzlingen mit dem Energierichtplan. Dieser wurde mit dem kommunalen Richtplan kombiniert und vereint Siedlungs- und Landschaftsplanung, Verkehr und Infrastruktur mit der Energie.

Energie Schweiz für Gemeinden unterstützt Kommunen bei ihren Anstrengungen für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Zum Abschluss der Veranstaltung in Frauenfeld haben die Verantwortlichen über die neusten nationalen Entwicklungen berichtet. So gibt es bis heute rund 430 Energiestädte. Energie Schweiz stellt den Energiestädten Hilfsmittel für eine nachhaltige Energiepolitik zur Verfügung. Mit ihrer neusten Broschüre zu Elektromobilität in Gemeinden reagieren sie auf ­aktuelle Trends und können den Gemeinden eine praxisnahe Unterstützung bieten. (red)