Endspurt bei den Anmeldungen

FRAUENFELD. Von 520 Bauernbetrieben haben sich bereits 151 beim Landschaftsqualitätsprojekt Mittelthurgau angemeldet. Die Klausel, dass mindestens die Hälfte aller Betriebe mitmachen muss, wurde inzwischen gestrichen.

Caspar Hesse
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Hochstammobstbäume auf dem Nollen: auch von ästhetischer Seite sind sie förderungswürdig. (Archivbild: Susann Basler)

Hochstammobstbäume auf dem Nollen: auch von ästhetischer Seite sind sie förderungswürdig. (Archivbild: Susann Basler)

Die Agrarpolitik 2014 bis 2017 sieht neu Landschaftsqualitätsprojekte vor. Im Thurgau sind drei Projekte schon mehr oder weniger weit gediehen, zwei weitere könnten noch dazukommen. Beim Projekt Landschaftsqualität Oberthurgau ist die Vereinsgründung auf Ende November angesetzt, für das Projekt Landschaftsqualität Hinterthurgau-Immenberg auf nächsten Monat (siehe Zweittext).

Zwei Drittel am Schluss dabei

Noch vage sind die Landschaftsqualitätsprojekte Seerücken und von Frauenfeld in Richtung Schaffhausen. Hier müssen sich erst noch Gruppen bilden, weiss Peter Schweizer, Geschäftsstellenleiter des Vereins Landschaftsqualität Mittelthurgau. Dessen Projekt ist am weitesten fortgeschritten. Hier sind Anmeldungen für Beiträge rückwirkend auf Anfang dieses Jahres noch bis Ende August möglich.

Bis dato haben sich 151 von 520 möglichen Landwirtschaftsbetrieben angemeldet, sagt Schweizer. Aufgrund der aktuellen Rückmeldungen rechnet er damit, dass bis Ende Monat noch rund 100 Anmeldungen eingehen werden. Am Anfang war vom Bund noch vorgeschrieben worden, dass mindestens die Hälfte aller Bauern mitmachen müsse, damit ein Projekt starten kann. Diese Klausel hat man in der Zwischenzeit wieder gestrichen, wie Schweizer sagte.

Ein ästhetisches Projekt

Man sei zur Einsicht gekommen, dass es schade wäre, wenn die ganzen Vorbereitungsarbeiten vergeblich getätigt worden wären, nur weil am Schluss ein paar Bauernhöfe zu wenig mitgemacht hätten. Die Vorschrift, dass beim Projektende zwei Drittel der Landwirtschaftsbetriebe mit im Boot sein müssen, bleibt jedoch bestehen, wenn eine Fortsetzung angestrebt wird.

«Was ist in der Landschaft sichtbar?» Das sei die zentrale Frage dieses Projekts, sagt Schweizer. Es geht also in erster Linie um die Ästhetik, weniger um die Ökologie, obwohl diese indirekt mitprofitieren kann. Sichtbare Resultate des Projekts sind farbige Kulturen im Ackerbau wie Raps oder Sonnenblumen oder Blumenstreifen um den Ackersaum oder entlang der Strasse.

Stimmung bei Bauern besserte

Geographisch kann das Gebiet des Landschaftsqualitätsprojekts Mittelthurgau in drei Teile gegliedert werden. Da ist der Nollen, wo die Hochstammobstbäume einen Schwerpunkt der Projekts bilden. Im Thurtal steht der Ackerbau im Vordergrund, während beim Ottenberg keine eigentliche Hauptmassnahme ausgemacht werden kann. Auch dort spielt der Ackerbau eine Rolle, aber auch die Reben, und in Richtung Birwinken der Obstbau, wie Schweizer sagt.

Am Anfang stand die Bauernschaft dem Projekt eher skeptisch gegenüber, sagt Schweizer. Das habe auch damit zu tun, dass der Übergang zum Beitragssystem der neuen Agrarpolitik einen gewissen Aufwand erfordere. Nun sei die Stimmung aber mehrheitlich gut. Umweltingenieur Schweizer berät die Landwirte bei der Umsetzung und empfiehlt ihnen, diejenigen Massnahmen aus dem Katalog auszuwählen, die sie bereits mehr oder weniger umgesetzt hätten und die zu ihrem Betrieb passen, um mit möglichst geringem Aufwand einsteigen zu können. Ein späterer Ausbau oder eine Erweiterung wären dann immer noch möglich. Die erste Projektphase dauert bis 2021.

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