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Emanzipation der Kandidatin

In Weinfelden stellten sich Grossratskandidatinnen möglichen Wählerinnen vor. Das war ein reiner Frauenanlass für mehr Weiblichkeit in der Politik.
Lukas Gerzner
Frauen stehen gemeinsam ein für mehr weibliche Kantonsräte. (Bild: Lukas Gerzner)

Frauen stehen gemeinsam ein für mehr weibliche Kantonsräte. (Bild: Lukas Gerzner)

FRAUENFELD. «Die Kandidatinnen sollen ein wenig Grossratsluft schnuppern, deswegen haben wir das Rathaus als Veranstaltungsort gewählt», sagt Regula Marti, Vorstandsmitglied der KMU-Frauen Thurgau. Der Verein hat im Rathaus in Weinfelden mit dem nach Marti «provokativ» gewählten Motto «Frauen wählen Frauen» den Kandidatinnen der kommenden Grossratswahlen die Plattform gegeben, sich und ihre Politik anderen Frauen zu präsentieren. Rund zwanzig der insgesamt 287 Anwärterinnen haben das Angebot angenommen. Die konkrete Aufgabe war, in drei Minuten sich dem ausschliesslich weiblichen Publikum vorzustellen.

Vielen fehlte der Mut

«Die Welt besteht zu 50 Prozent aus Frauen, aber in der Politik sieht das anders aus», sagt die Präsidentin der KMU-Frauen, Monique Stahlkopf, in ihrer Begrüssungsrede am Donnerstagabend. Dabei gehe es dem Verein nicht um die Einführung von Quoten, sondern die Förderung der Frau als Politikerin. Viele Frauen hätten zu wenig Selbstvertrauen, in die Politik einzusteigen, gerade weil sie die Politik als Machtkampf zwischen Männern wahrnehmen. «Dieser Abend ist eine Möglichkeit, sich zu zeigen und seine Leistungen hervorzuheben», sagt Marti. Denn politische Podien speziell für Frauen gebe es sonst nicht. Trotzdem habe es schliesslich viele Kandidatinnen gegeben, die sich nicht für das Podium angemeldet haben. «Sie hatten nicht den Mut dazu. Viele bereuten es im nachhinein, einige von ihnen sind heute einfach als Gäste hier», sagt Marti.

Aus allen politischen Lagern

Diejenigen jedoch, die sich präsentierten, traten mit viel Selbstbewusstsein auf. «Ich bin tief beeindruckt vom Potenzial, das bei diesen Frauen vorhanden ist», sagt Marti. Dass die Frau und nicht die politische Ausrichtung im Zentrum stand, zeigte sich auch darin, dass der Anlass überparteilich war und sich Kandidatinnen aus sämtlichen politischen Lagern vorstellten. «Wenn es darum geht, Frauen für die Politik zu begeistern, müssen wir überparteilich zusammenhalten», sagt Grossratskandidatin Cornelia Büchi, die für die SVP antritt. Auch eine andere Anwärterin, Heidi Heine von den Grünen, betont das: «In der Politik geht es darum, auf die Bedürfnisse aller einzugehen, gut hinzuhören.» Dass auch jüngere Frauen den Mut zur Politik haben, zeigte etwa Sarah Bünter, CVP. «Ich möchte mich den Herausforderungen stellen, die auf uns als nachkommende Generation warten.»

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