Eltern sollen sich zurückhalten bei Lehrstellensuche

WEINFELDEN. In einem Punkt waren sich alle Sprecher einig, die sich in der Grossratsdebatte zu Wort meldeten: Sekundarschüler brauchen Zeit, um sich in Ruhe für eine Berufslehre zu entscheiden.

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WEINFELDEN. In einem Punkt waren sich alle Sprecher einig, die sich in der Grossratsdebatte zu Wort meldeten: Sekundarschüler brauchen Zeit, um sich in Ruhe für eine Berufslehre zu entscheiden. Manche Firmen nehmen Lehrlinge schon mehr als ein Jahr vor Schulabschluss unter Vertrag, kritisierten Josef Brägger (GP, Amriswil) und Peter Gubser (SP, Arbon). Sie forderten den Regierungsrat mit einer Interpellation auf, etwas dagegen zu tun. Der Regierungsrat hatte in seiner Antwort erklärt, alle früheren Versuche in dieser Sache hätten nicht gefruchtet.

Regierungsrätin Monika Knill kritisierte in der Ratsdiskussion, dass schon in Schnupperlehren Selektionstests gemacht werden. Ein Erstklässler wolle nur wissen, was etwa ein Informatiker tue. «Er will kein Zertifikat, ob er dafür geeignet ist.» Der Druck komme oft von den Eltern, sagten Cäcilia Bosshard (CVP, Bischofszell) und Viktor Gschwend (FDP, Neukirch). Deshalb sei eine Info-Kampagne angebracht, fand Bosshard. Diana Gutjahr (SVP, Amriswil) fürchtete, in einigen Jahren würden schon Sechstklässler zu Schnupperlehren aufgefordert. Dank Gentechnik würden sie noch früher aufgeboten, sah Gubser voraus. Markus Berner (BDP, Amriswil) sah es aus der Sicht eines Lehrmeisters in Zeiten, in denen Lehrlinge knapp seien. Es sei ihm nicht zu verübeln, wenn er einen Vertrag früh abschliesse. Peter Trachsel (EDU, Amriswil) wünschte sich als Vater mehr Informationen über Alternativen zur Lehre. Das würde Druck nehmen, möglichst früh einen Lehrvertrag abzuschliessen. Schüler müssten keine Panik haben, beruhigte Daniel Vetterli (SVP, Rheinklingen). In der Baubranche werde sich der Mangel an Fachkräften noch verschärfen. (wu)