Elektronen tanken in Weinfelden

Seit wenigen Wochen ist in Weinfelden eine Schnellladestation für Elektrofahrzeuge in Betrieb. Sie ist eine der ersten in der Ostschweiz. Noch ist der Strom gratis, ein Abrechnungssystem ist aber in Vorbereitung.

Martin Sinzig
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Thomas Bornhauser, Marco Vidale, Urs Reinhardt und Marcel Mayer schliessen zwei Elektroautos an die Schnellladestation an. (Bild: Martin Sinzig)

Thomas Bornhauser, Marco Vidale, Urs Reinhardt und Marcel Mayer schliessen zwei Elektroautos an die Schnellladestation an. (Bild: Martin Sinzig)

WEINFELDEN. Ein BMW i3 und ein Chevrolet Volt surren heran und parkieren beim Verkehrssicherheitszentrum Thurgau (VSZ TG). Im Nu sind die modernen Elektrofahrzeuge mit der Schnellladestation verbunden. Sie versorgt die Hochleistungsakkus mit frischen Elektronen. In nur 20 bis 30 Minuten können die Batterien auf rund 80 Prozent ihrer Kapazität aufgeladen werden. «Damit schaffen wir die Möglichkeit, dass Elektroautos auch längere Strecken problemlos bewältigen können», erklärte Marco Vidale, Präsident der TCS Sektion Thurgau, am Mittwoch vor den Medien. Sie ist schweizweit die erste Sektion des grossen Mobilitätsclubs, die die Initiative ergriffen hat.

Passend zur Energiestadt

«Mit der Schnellladestation wollen wir hier einen Nagel einschlagen», unterstrich Vidale. Auch das VSZ TG leistet einen Beitrag zur Erhöhung der Elektromobilität. Es stellt die Parkfläche zur Verfügung und zahlt 5000 Franken an die Gesamtkosten von 60 000 Franken, wie Urs Reinhardt als Verwaltungsratspräsident ausführte. Weitere 5000 Franken spendierte die Standortgemeinde.

Umweltfreundliche Mobilitätsformen zählten zu den Kernthemen der Energiestadt Weinfelden, betonte Thomas Bornhauser als zuständiger Gemeinderat. Die bereits bestehenden Tankstellen für Erdgas und Flüssiggas seien auf ein positives Echo gestossen. Erfreut sei die Behörde, dass mit der neuen Schnellladestation ein weiterer Schritt getan werde.

24-Stunden-Betrieb

Als schweizweit 43. Schnellladestation trage die Anlage in Weinfelden zur besseren Versorgung bei, erläuterte Marcel Mayer, Leiter Technik der Alpiq E-Mobility AG. Sie hat die neue Ladestation gebaut. Es handle sich bei den mit EVite bezeichneten Schnellladestationen um eine vollständig privat finanzierte Initiative.

Ziel seien insgesamt 150 bis 250 Schnellladestationen in der ganzen Schweiz. 80 Standorte gelten laut Mayer aber bereits als kritische Grösse, um der Elektromobilität weiteren Schub zu verleihen. Die Tankstelle in Weinfelden erfülle die wichtigsten Kriterien, sie sei 24 Stunden am Tag zugänglich und für sämtliche Fahrzeuge nutzbar. Noch ist der Strom gratis, doch ein schweizweit einheitliches Abrechnungssystem ist in Vorbereitung.