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ELEKTRIZITÄT: Strom heizt die Diskussion an

Die volle Strommarktöffnung ist nur eine Frage der Zeit, sagt Regierungsrat Walter Schönholzer. Mit ihr kommen grosse Herausforderungen auf den Thurgau zu.

Ruedi Zbinden (SVP, Mettlen) hat gestern im Grossen Rat offene Türen eingetreten. Mit seiner Interpellation «Zukunft der Axpo Holding aus Sicht des Kantons Thurgau» lancierte er eine Diskussion, an der sich die Kantonsräte rege beteiligten. Es ging um die Zukunft der Thurgauer Stromversorgung. «Die komplexe Diskussion zeigt, dass das Thema unter den Nägeln brennt», sagte Walter Schönholzer am Ende der Diskussion. Und er versicherte: «Die Axpo hat auch in Zukunft eine grosse Bedeutung für die Stromversorgung im Thurgau.»

Zbinden reichte seine Interpellation vor einem Jahr ein, als die Axpo in finanzielle Schieflage geraten war. Ihre Situation hat sich wieder zum Positiven gewandelt, stellte Alex Frei (CVP, Eschlikon) fest. «Sie kämpft sich aus der Verlustzone.» Wohl deshalb war gestern die Beteiligung des Kantons Thurgau am einstigen Goldesel unbestritten. Seit jeher hält der Kanton 12,25 Prozent an der Axpo Holding, profitierte seit Jahrzehnten von üppigen Dividenden.

Sorgen bereitet den Thurgauer Politikern aber die Zukunft der rund hundert Energieversorgern in den Gemeinden. Sie beliefern die Privathaushalte in ihrem Gebiet mit Strom, dürften aber bei einer vollen Öffnung des Strommarktes grosse Probleme bekommen. Ob all diese Werke für die Zukunft gerüstet seien, oder ob eine Flurbereinigung nötig werde, wollte Alex Frei vom Regierungsrat wissen. Die Frage hatte einen rhetorischen Charakter. Der Tenor gestern im Grossen Rat war eindeutig: Die vielen milizmässig geführten Energieversorger in den Gemeinden werden kaum Schritt halten im rauen Wind des offenen Strommarktes.

Die grösste Herausforderung für die Kleinsten

«Im vollliberalisierten Markt bestimmt der Endkunde, woher sein Strom kommt», stellte Max Vögeli (FDP, Weinfelden) fest. Dann dürften auch Akteure wie die Axpo oder das EKT ihre direkten Stromanbieter werden. Dadurch werden diese drei Akteure zu Konkurrenten. Christian Mader (Frauenfeld, EDU) sieht eine «Preiszerfleischung» auf die Stromanbieter zukommen. Das führe zu Verlierern, sagte Sonja Wiesmann (SP, Wigoltingen). Dies würde vor allem die kleinen Elektrizitätswerke treffen. «Aus dem Versorgungsauftrag wird ein Buhlen um Kunden.» Für Kurt Egger (GP, Eschlikon) macht diese Konkurrenzsituation keinen Sinn, da die Anbieter die gleichen Besitzer hätten: die Bevölkerung. Er wies darauf hin, dass das Stromnetz in staatlichem Besitz bleiben muss.

«Die volle Marktöffnung ist nur noch eine Frage der Zeit», sagte Regierungsrat Schönholzer. Dann hätte die Verzerrung und das Agieren mit ungleich langen Spiessen auf diesem Markt ein Ende. Vor allem für die kleinen Energieversorger seien aber die Herausforderungen gross, sagte auch Schönholzer. Sie gehören den Gemeinden. Der Kanton habe auf sie kaum Einfluss.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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