Eislaufen statt Fernsehen

Die Sparmassnahmen bei SRF haben auch die Kreuzlinger Bodensee-Arena getroffen. Die Einbussen halten sich aber in Grenzen, wie man hört.

Nicole D'orazio
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KREUZLINGEN. Das Schweizer Fernsehen (SRF) ist ein guter Mieter der Bodensee-Arena. Mehrere Sendungen wie die Ausscheidung für den Eurovision Song Contest, «Die grössten Schweizer Talente» oder «Viva Volksmusik» am kommenden Samstag werden in der Kreuzlinger Halle produziert.

Im Herbst letzten Jahres hat das SRF allerdings einige Produktionen in Kreuzlingen aus Spargründen kurzfristig abgesagt. Das war für die Bodensee-Arena eine unangenehme Überraschung. «Ursprünglich war eine Mietperiode von gut 40 Tagen von Oktober bis Dezember vorgesehen gewesen», sagt Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena. «Da die Absage kurzfristig kam, zahlte uns das Fernsehen jedoch eine Entschädigung.»

Weniger Hotel-Umsätze

Neben den Mindereinnahmen bei der Vermietung der Halle ist auch weniger Umsatz im Hotel und Restaurant die Folge gewesen. «Diese Verluste haben wir selber tragen müssen und spüren wir umso mehr», sagt Mölleney. Wie hoch sie sind, sei schwierig abzuschätzen. Es seien wohl über 10 000 Franken.

Die Verantwortlichen der Bodensee-Arena haben das Beste aus der Situation gemacht und für die Eissportler und Vereine mehr Eisfläche zur Verfügung gestellt. Das heisst, dass nicht nur das Ausseneisfeld präpariert wurde, sondern auch die Hallenfläche. Das ist sonst nur im Spätsommer der Fall, ehe man im Freien Eis produzieren kann.

«Wir haben zwischen November und Mitte Januar mehr Eis anbieten können», sagt Mölleney. «Da es in dieser Zeit einen ziemlichen Schneemangel gab, hatten wir erfreulich viele Besucher im öffentlichen Eislauf.»

Die Mehrkosten für die beiden Eisflächen habe man allerdings nicht reinholen können, sagt er. «Die Vereine haben zwar ein wenig mehr Stunden gebucht, aber das hat nicht ausgereicht, um beide Felder auszulasten.»

Zu allem Übel hatte es letzten August Probleme bei der Eisproduktion gegeben, weil das Kühlsystem kaputtging. «Uns ist dabei ein Schaden von 60 000 Franken entstanden.» Die Versicherung habe aber aus Kulanz ungefähr einen Drittel übernommen.

Die Jahresrechnung 2015 sieht dennoch besser aus, als man annehmen könnte. «Die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter haben sich brutal angestrengt. Schon nach dem Eurokurs-Schock. Wir stehen besser da als andere», lobt Mölleney. Die Rechnung sei zwar noch nicht definitiv abgeschlossen. Es sehe aber so aus, dass man zwischen den Ergebnissen der Jahre 2013 und 2014 – das heisst zwischen 12 000 und 29 000 Franken Gewinn – landen werde.

Das Fernsehen ist wieder da

Die Belegung für das laufende Jahr sieht vielversprechend aus. «Wir versuchen, nicht vom SRF abhängig zu sein und viele andere Events in unsere Halle zu holen», sagt Mölleney. Das sei beispielsweise mit der Partizipantenversammlung der TKB oder einer Tagung des Baumeisterverbandes gelungen. «Das ist ein sehr interessantes Geschäftsfeld, aber schwierig reinzukommen.» Und auch das Fernsehen sei derzeit bereits wieder in der Halle. «Wir wissen, was wir aneinander haben.»

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