Eisbildung

In der TZ von 1917

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Seit vierzehn Tagen hat das Wetter nun wieder einmal einen Charakter angenommen, aus dem man auch ohne Kalender weiss, in welcher Jahreszeit man sich befindet. Es war daher nicht zum Verwundern, dass die Eisbildung auf dem Untersee, nachdem sich der ungestüme Nordostwind gelegt hatte, rasche Fortschritte machte. An geschützten Stellen auf badischer Seite war er am letzten Sonntag schon fahrbar, und währen der letzten Tage hat sich das Kristallfenster immer weiter aus dem Zellersee vorgeschoben, und heute liegt das ruhelose Becken in Fesseln geschlagen da. Hält die Kälte an, so werden auf kommenden Sonntag immense Flächen dem Schlittschuhsport zur Verfügung stehen. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass sich die Eisfläche sozusagen in einer Nacht gebildet hat. Allerdings den wirtschaftlichen Verkehr, wie in normalen Jahren, wird die Seegefrörne diesmal wenig haben, vielmehr wird sie der Organisation des Grenzschutzes hüben und drüben eine harte Nuss zu beissen geben.