Einzig FDP gegen Schulbudgets

Kommendes Wochenende stimmen die Frauenfelder Schulbürger über die Budgets 2016 von Primar- und Sekundarschule ab. Ausserdem gilt es ein neues Mitglied der Primarschulbehörde zu wählen.

Stefan Hilzinger
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Sandra Siegenthaler Kandidatin Primarschulbehörde (Bild: pd)

Sandra Siegenthaler Kandidatin Primarschulbehörde (Bild: pd)

FRAUENFELD. Bei knapp 30 Prozent Stimmbeteiligung mit rund 90 Prozent Ja-Stimmen durchgewinkt: So oder ähnlich verlaufen die Urnengänge über die Voranschläge der Frauenfelder Schulgemeinden in den meisten Jahren. Heuer könnte das Abstimmungsresultat etwas anders aussehen – zumindest, was die Beteiligung angeht. Erstens hat die FDP für die Schulbudgets die Nein-Parole ausgegeben, zweitens steht bei der Primarschule nach dem Rücktritt eines Behördemitglieds eine Ersatzwahl an.

FDP: «Zu viel Vermögen»

Für die Frauenfelder FDP horten die Schulgemeinden zu viel Vermögen und stille Reserven. Die Partei hatte vor einem Jahr tiefere Steuerfüsse gefordert, letztlich dann doch die Ja-Parole für die Budgets gefasst. In diesem Jahr nun entschied sich die Parteiversammlung Anfang November für ein Nein (TZ berichtete). Die FDP fordert, dass zumindest die Steuerfüsse von Stadt und Schule besser koordiniert werden. Zudem fragt sich die Partei, ob die Prozesse der Schulgemeinde politisch genügend abgestützt seien.

«Spare in der Zeit…»

SP, SVP, CVP und EVP stellen sich hinter die Voranschläge der Schulen. Laut Schulpräsident Andreas Wirth sind die Reserven notwendig, um die anstehenden Sanierungen möglichst ohne Anhebung des Steuerfusses zu finanzieren – nach dem Sprichwort «Spare in der Zeit, so hast du in der Not». SVP, CVP und EVP stellen sich grundsätzlich hinter die Strategie der Schulbehörde. Die SP kritisiert die FDP ausserdem, sie wolle mit einem Griff in die Schulfinanzen die derzeit schwierige Finanzsituation der Stadt bereinigen. Die Gruppierung CH stellt sich hinter die Budgets, wünscht sich aber langfristig mehr Transparenz in den Prozessen der Schulgemeinden.

Eine Vakanz

Marlen Marbach tritt auf Ende Jahr aus der Primarschulbehörde zurück. Als Nachfolgerin stellt sich die 32jährige zweifache Mutter Sandra Siegenthaler zur Verfügung. Siegenthaler hat Verkäuferin gelernt, ist derzeit Familienfrau und engagiert sich in der Turnfabrik und im OK des Kinderfestes. Siegenthaler wird von der SVP portiert. Beim Primarschulbudget und der Ersatzwahl sind nur Frauenfelder stimmberechtigt, beim Budget der Sek sind es auch die Schulbürger von Gachnang, Felben-Wellhausen und Hüttlingen.