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Einwohner wehren sich gegen Handyantenne

Eine IG mobilisiert gegen den Bau einer weiteren Mobilfunkanlage. Zudem habe die Gemeinde Regeln nicht befolgt. Jetzt liegt der Fall beim Verwaltungsgericht.
Samuel Koch
Das Visier zeigt das Ausmass der Salt-Antenne, die beim Entsorgungsplatz an der Matzingerstrasse geplant ist. (Bild: PD)

Das Visier zeigt das Ausmass der Salt-Antenne, die beim Entsorgungsplatz an der Matzingerstrasse geplant ist. (Bild: PD)

Die «IG lebenswertes Thundorf» hat sich formiert. Hinter dem federführenden Dölf Küng haben sich schon über 20 Mitunterzeichnende geschart, um eine dritte Handyantenne im Dorf zu verhindern. An der Hauptstrasse steht eine Swisscom-Antenne und an der Morgenstrasse ist eine Anlage von Sunrise in Betrieb. «Die gesamte Gemeinde hat doch nur rund 1400 Einwohner», sagt Dölf Küng. Er frage sich, warum die Gemeinde eine weitere Antenne genehmigt, obschon vorgängig zwei Thundorferinnen über 130 Unterschriften dagegen gesammelt hatten.

Küng habe zwar auch ein eigenes Handy und sei nicht grundsätzlich dagegen, doch als elektro-sensibler Mensch müsse er sich gegen die Antenne bei seinem Haus und direkt am Wohnquartier zur Wehr setzen. «Es muss ein Mindestabstand zu den Häusern eingehalten werden, so wie an vielen Orten im Thurgau.»

Ärger über Information im Mitteilungsblatt

Auch wirft die IG der Gemeinde Fehler vor: «Im Mitteilungsblatt vom Juli steht, dass die Baubewilligung mit Auflagen trotz Einsprachen erteilt wurde.» Diese sei überhaupt nicht rechtskräftig, zumal die Einsprachefrist erst am 22. Juli abgelaufen sei und eine Beschwerde fristgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht wurde. «Das hat uns verärgert», sagt Küng. Deshalb verteilt die IG nun Flugblätter im Dorf und mobilisiert die Antennen-Gegner. «Das Ziel ist eine ausserordentliche Gemeindeversammlung», sagt Küng, wozu er laut Gemeindeordnung einen Fünftel der Stimmbürger überzeugen muss. Zudem organisiert die IG am 7. November eine Infoveranstaltung in der Schützenstube, wo auch erfahrene Referenten zu Wort kommen werden.

Gemeindepräsident Alois Hersche bestätigt, dass ein Mietvertrag für den Standort mit Salt zwar unterzeichnet wurde, dieser aber nur im Falle einer definitiven Bewilligung in Kraft treten werde. Eine Baubewilligung für eine Handy-Antenne auf Land der Politischen Gemeinde liege ausserhalb ihrer Kompetenz, denn «gemäss kantonalem Planungs- und Baugesetz sind wir Partei in einem umstrittenen Bewilligungsverfahren». Dadurch landet das Dossier automatisch auf dem Pult des kantonalen Departement für Bau und Umwelt.

Verständnis für die Sorgen aus der Bevölkerung

Primäres Ziel war laut Hersche, dass in der Nähe der neuen Schule an der Hauptstrasse keine weitere Antenne zu stehen kommt. Obwohl mehrere Alternativen besprochen wurden, akzeptierte Salt nur denjenigen beim Entsorgungsplatz. Er setzt sich mitsamt dem Gemeinderat für eine gute Kommunikations-Versorgung ein. Das sei heute mit einem Grundbedürfnis gleichzusetzen.

Für den Widerstand aus der Bevölkerung zeigt Hersche Verständnis. «Die Sorgen sind verständlich, und Beschwerden ihr gutes Recht», sagt er. Er werde den Entscheid des Verwaltungsgerichts abwarten. Einer allfällig ausserordentlichen Gemeindeversammlung räumt er aber nicht viel Gewicht ein: «Dort wird nur Luft abgelassen.» Der Ball liegt beim Verwaltungsgericht, wo aktuell eine Frist für eine Stellungnahme aller Beteiligten läuft.

Alois Hersche Gemeindepräsident Thundorf Bild: Mareycke Frehner (Bild: Mareycke Frehner)

Alois Hersche Gemeindepräsident Thundorf Bild: Mareycke Frehner (Bild: Mareycke Frehner)

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