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Einmal Mars – und nie zurück

BALTERSWIL. Steve Schild aus Balterswil möchte als erster Mensch auf den Mars. Und zwar ohne Rückflug-Ticket. Eine niederländische Stiftung macht es möglich. Vor der Reise müsste er aber eine siebenjährige Vorbereitungszeit absolvieren, die im Fernsehen als Reality-Show ausgestrahlt wird.
Gjon David
Steve Schild will hoch hinaus: Ab 2023 möchte der Thurgauer sein Leben auf dem Mars verbringen. (Bild: Nana do Carmo)

Steve Schild will hoch hinaus: Ab 2023 möchte der Thurgauer sein Leben auf dem Mars verbringen. (Bild: Nana do Carmo)

Er will hoch hinaus. Zum Mars. Wenn es sein muss auch ohne Rückkehr. Damit möchte sich Steve Schild aus Balterswil einen Kindheitstraum erfüllen. In einer 30 Quadratmeter kleinen Kapsel leben. Sonnenstürme, Unfälle und Durchschnittstemperaturen von minus 53 Grad Celsius nimmt er in Kauf. Hält diesen Mann denn auf der Erde nichts fest? «Doch. Meine Verlobte.»

Reality-Show

Vor zwei Monaten meldete sich Schild online bei der niederländischen Firma «Mars One» für den Marsflug an. Ihr Gründer will in zehn Jahren – in einer ersten Phase – vier Menschen auf den Mars schicken und das Ganze als Reality-Show im Fernsehen ausstrahlen (siehe Kasten). «Es haben sich schon über 100 000 Menschen aus aller Welt für das Auswahlverfahren angemeldet.»

Er sei physisch top fit, psychisch sehr belastbar und technisch sehr versiert, sagt der Product- und Accountmanager. Damit hofft er auf einen Vorteil bei seiner Teilnahme. Mit seiner Verlobten habe er sein Vorhaben lange besprochen. «Sie ist sich bewusst, dass sie mich vielleicht nie wieder sehen wird. Dennoch unterstützt sie meine Pläne.» Es sei ihr wichtig, dass er seinen Traum erfüllen kann. «Seit meiner Kindheit habe ich dieses Bild im Kopf: Ich bin in einer Raumfähre, schaue aus dem Fenster und sehe wie wir die Erde hinter uns lassen. Dieses Bild lässt mich nicht los. Diese Fahrt will ich erleben», sagt der Thurgauer entschlossen.

Ausserdem habe er mit 18 geheiratet. «Meine Jugendliebe». 2008 habe sie dann die Scheidung eingereicht. «Von einem Moment auf den anderen hatte ich alles verloren», sagt Schild. Da nahm er sich vor, nur noch für seinen Traum zu leben.

Sieben Jahre Vorbereitung

Seine Freunde fänden sein Reisevorhaben mutig. «Nicht jeder ist bereit, alles hinter sich zu lassen für eine Fahrt ins Ungewisse.» Und die Familie? «Sie ist stolz, sollte ihr Sohn als erster Mensch auf dem Mars landen.» Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. 2014 schliesst «Mars One» das Auswahlverfahren ab. Den vier Gewinnern stehe dann eine siebenjährige Vorbereitungszeit bevor, erklärt Schild. «Das Ganze kommt als Reality-Show im Fernsehen. Ähnlich wie Big-Brother.» Vorher werden irgendwo auf der Wüste die kleinen Wohnräume nachgebaut. «Ähnliche wie dann auf den Mars», sagt Steve Schild.

Freundin wünscht sich ein Kind

Der Balterswiler hofft aber, dass die Technik in zwanzig Jahren soweit sein werde, dass der Mensch endlich das Weltall kolonialisieren könne. «Meine Verlobte könnte dann nachkommen.» So könne er dann sein Kind wiedersehen. Kind? «Ja. Ich habe vor, meiner Verlobten ein Kind zu schenken, bevor ich gehe». Das sei ihr Traum. Einmal ein Kind zu haben. «Diesen Traum erfülle ich ihr natürlich gerne», sagt der 28-Jährige. Danach will er sich auf die längste Reise seines Lebens machen.

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