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Einheitlicher Robidog

Südsicht
Olaf Kühne

Da reiben sich die Sirnacher wohl verwundert die Augen. Was bei ihnen damals locker-flockig durchging, sorgt in Münchwilen für reichlich Gesprächsstoff: die Bildung einer Einheitsgemeinde. Gut, die Nachbarn aus den Kantonen Zürich und St. Gallen wundern sich, dass man das Thema überhaupt diskutieren kann. Aber die sollen sich gefälligst um ihren Mist kümmern. Reicht schon, dass die ihre Autobahn quer durch den Hinterthurgau gebaut haben. Doch wir kommen vom Thema ab.

Also zurück nach Münchwilen, das mit der Autobahn ja eh ganz gut fährt. Anträge an Gemeindeversammlungen, Podien, Leserbriefe und nun sogar ein Nein-Komitee – ein feuchter Journalistentraum. Ob’s der Sache dienlich ist? Klar! Solange nicht, wie andernorts, über anonyme Flugblätter Gehässigkeiten ausgetauscht werden, kann es sich eine Gemeinde nur wünschen, dass sich ihre Bewohner, zumindest die stimmberechtigten, derart mit ihr auseinandersetzen.

Und wenn es mit der Einheitsgemeinde nicht klappt? Auch kein Beinbruch. Aufstehen, abputzen, weitermachen. Hand aufs Herz: Den meisten Münch­wilern dürfte es letztlich herzlich egal sein. Denn die nächste Steuerrechnung kommt so oder so. Und solange Strom aus der Steckdose fliesst, der Robidog geleert wird und man ab und zu an der Urne seinen Senf zu etwas geben kann, ist die Gemeinde doch eigentlich ganz in Ordnung.

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

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