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Einfach und differenziert

Markus Werners Bücher zu loben, ist nicht schwer, und wenn man sich in Autoren- und in Leserkreisen umhört, findet man kaum jemanden, der nicht in dieses Lob einstimmen würde.

Markus Werners Bücher zu loben, ist nicht schwer, und wenn man sich in Autoren- und in Leserkreisen umhört, findet man kaum jemanden, der nicht in dieses Lob einstimmen würde. Zu erklären, worin die ganz besondere Qualität seiner Werke liegt, ist hingegen nicht einfach, seine Romane entziehen sich in ihrer komplexen Einfachheit der Analyse, wie das vielleicht alle grosse Literatur tut.

Unverwechselbarer Stil

Zum ersten Mal von sich reden machte Markus Werner mit seinem Erstling «Zündels Abgang». Mit vierzig Jahren war er kein früh Vollendeter, dafür schien er aber schon mit seinem ersten Werk angelangt zu sein und hatte einen unverwechselbaren Stil. Obwohl seine Sprache einfach zu lesen ist, ist sie hochpräzise gearbeitet, elegant und differenziert, reich und virtuos, ohne jemals selbstgefällig zu sein. In den zwanzig folgenden Jahren veröffentlichte Markus Werner sechs weitere Romane von «Froschnacht» über «Die kalte Schulter» bis zu «Am Hang», dem letzten Roman, der 2004 als erster im S. Fischer Verlag erschien und ihm, nachdem er viele Jahre lang als Geheimtip gehandelt worden war, zu einem späten Durchbruch verhalf.

Markus Werner ist kein akademischer Autor. Trotz seiner germanistischen Bildung – er promovierte 1974 über «Bilder des Endgültigen, Entwürfe des Möglichen» im Werk von Max Frisch – und seiner Tätigkeit als Lehrer sind seine Texte nie abgehoben oder belehrend. Sie sind vielmehr ganz nah am Leben und erzählen von einer Wirklichkeit, die seinen Leserinnen und Lesern zutiefst vertraut ist. Ohne sich um aktuelle Trends und Themen zu kümmern, schreibt er ganz aus seiner Zeit heraus und beleuchtet die Gesellschaft, in der er und wir leben.

Markus Werners Bücher handeln fast ausschliesslich von Paarbeziehungen, es geht um Liebe und Überdruss, um Ehe und Vaterschaft, um Krankheit und Tod. Es sind die existenziellen Probleme, die Markus Werner beschäftigen. Die dünnen Romane sind schnell gelesen, aber sie hallen in der Erinnerung lange nach. Sie machen – wie Urs Widmer geschrieben hat – die Leser glücklich.

Von scharfer Ironie

Markus Werners Werk ist zugleich emotional und ironisch, aber nie missbraucht er seine scharfe und luzide Ironie, um sich vor grossen Gefühlen zu drücken. Seine Texte fordern die Leser heraus, über sich selbst nachzudenken und sich in Frage zu stellen. Das ist das Beste, was Literatur bewirken kann. Seine Bücher werden künftigen Generationen etwas über das Lebensgefühl in der Schweiz im späten zwanzigsten Jahrhundert erzählen.

Der Thurgauer Schriftsteller Markus Werner wurde mit dem Literatur-Förderpreis von ProLitteris geehrt. An der Preisverleihung hielt Jurymitglied Peter Stamm diese (von uns gekürzte) Laudatio.

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