Einer gegen alle, alle gegen Engeler

Ihre Aktion richte sich nicht gegen den SVP-Kandidaten Roman Engeler, wurden die Präsidenten der Aadorfer Ortsparteien FDP, CVP, EVP und SP nicht müde zu betonen. Man wolle dem Stimmbürger einfach eine Auswahl bieten, war der Tenor.

Olaf Kühne
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Ihre Aktion richte sich nicht gegen den SVP-Kandidaten Roman Engeler, wurden die Präsidenten der Aadorfer Ortsparteien FDP, CVP, EVP und SP nicht müde zu betonen. Man wolle dem Stimmbürger einfach eine Auswahl bieten, war der Tenor. Nachdem sie parteiintern keinen Gegenkandidaten zum amtierenden Vizegemeindeammann gefunden hatten, machten sie sich mit Inseraten auf die Suche und wurden schliesslich mit dem Guntershauser Matthias Küng fündig.

Die aus Bürgersicht hehren Absichten mochte ihnen jedoch kaum jemand abnehmen. Zu offensichtlich war das Spiel, zu schnell kamen die Nominationen für den Herausforderer. Nun ist eine solche Taktik per se nichts Verwerfliches. Roman Engeler verortet sich selber politisch am rechten Rand der SVP. Das alleine mochte für sehr viele Wähler schon Grund genug gewesen sein, ihn nicht zu wählen. Rechtskonservative Ansichten zu nationalen und internationalen Themen haben indes auf kommunale Politik einen geringen Einfluss. Wer darüber hinaus wissen wollte, weshalb Engeler für viele nicht wählbar schien, biss auf Granit. Sein Stimmenanteil, mit 48 Prozent weit über demjenigen der SVP bei kantonalen und nationalen Wahlen, mag denn auch ein Trost für ihn sein.

An Matthias Küngs Qualifikationen für das Aadorfer Gemeindepräsidium ändert das alles nichts. Als Gemeindeschreiber einer Winterthurer Agglomerationsgemeinde bringt er den fachlichen Rucksack mit. Zu wünschen bleibt dem Parteilosen, dass ihm die Ortsparteien auch die Stange halten werden, wenn er dereinst ein unpopuläres Geschäft vertreten muss.

olaf.kühne@thurgauerzeitung.ch

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