«Einen Plan B gibt es nicht»

Das St. Galler Jubiläums-OpenAir hat viele Geschichten geschrieben. Mediensprecherin Sabine Bianchi über Feuerwerke auf und über den Bühnen, eine Absage und die Kritik am Auftritt von Radiohead.

Daniel Walt
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«Was für ein Publikum!»: Bastian Baker. (Bild: Benjamin Manser)

«Was für ein Publikum!»: Bastian Baker. (Bild: Benjamin Manser)

Frau Bianchi, welches Feuerwerk hat Ihnen besser gefallen – das musikalische auf den Festivalbühnen oder das pyrotechnische am Himmel zur 40. Ausgabe des OpenAirs?

Sabine Bianchi: Der Feuerzauber über dem Sittertobel hat mir sehr gut gefallen. Noch besser fand ich aber das musikalische Feuerwerk auf den OpenAir-Bühnen. Denn es ist die Musik, die unser Lebensinhalt ist.

Wettertechnisch ist das Festival dieses Jahr trotz Regengüssen zum Auftakt und am Samstag vom Schlimmsten verschont geblieben. Welchen Schlammfaktor geben Sie dem OpenAir 2016 auf einer Skala von 1 bis 10?

Bianchi: Eine 7. Beim OpenAir 2013 regnete es vier Tage durch, da standen wir knietief im Schlamm. So schlimm war es dieses Jahr bei weitem nicht. Ich beispielsweise bin überall mit Turnschuhen durchgekommen. Einen eigentlichen See gab es nur am gewohnten Ort vor der Hauptbühne, dort brauchte es Stiefel.

Eine kurzfristige Absage hatte es von Jess Glynne gegeben. Was war der Hintergrund?

Bianchi: Die Künstlerin erhielt kurzfristig die Anfrage, ob sie mit Beyoncé im Wembley auftreten wolle. Und Beyoncé ist das grosse Idol von Jess Glynne. Deshalb sagte sie dort zu.

Wie ist es in solchen Momenten möglich, sofort einen Ersatz aufbieten zu können?

Bianchi: Einen Plan B gibt es für solche Dinge nicht. Festivalchef Christof Huber hat aber durch seine langjährige Arbeit viele Kontakte. So konnten wir den Ersatz für Jess Glynne bereits nach wenigen Stunden bekanntgeben. Doch es ist klar, dass es dazu auch Glück braucht. Und Absagen erfreuen uns nicht.

Speziell durstig war das Wetter dieses Jahr nicht. Welche Rückmeldungen haben Sie in Sachen Getränkeabsatz?

Bianchi: Er bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie im vergangenen Jahr.

Offenbar kam es zu Systemausfällen beim Ticketing und dem Cashless-System.

Bianchi: Über die ganze Dauer des Festivals lief unser System gut. Es gab kurze Serverunterbrüche, so dass sich einige Leute vielleicht einmal etwas gedulden mussten. Gröbere Probleme gab es aber nicht – unter anderem, weil unser System auch offline funktioniert.

Wie viele Personen mussten aus dem Gelände gewiesen werden?

Bianchi: Sehr wenige. Generell haben wir ein sehr ruhiges Festival hinter uns. Die Zwischenfälle – auch Behandlungen durch die Sanität – sind in den letzten Jahren immer weniger geworden.

Polarisiert hat am OpenAir insbesondere der Auftritt von Radiohead am Samstagabend, den die einen als langweilig und die anderen als überragend empfunden haben.

Bianchi: Diese Bandbreite an Reaktionen zu Radiohead ist auch uns zu Ohren gekommen. Wir wussten, dass Radiohead keine Mainstream-Band sind – und fanden den Auftritt grossartig. Das Ganze zeigt, dass es am OpenAir – anders, als man manchmal hört – eben doch um die Musik geht, man diskutiert darüber.

Und abgesehen von Radiohead?

Bianchi: Generell war auch der Auftritt von Panda Lux ein Höhepunkt. Dazu kommen die Auftritte von Fettes Brot und Rag'n'Bone Man, die ich herausheben möchte. Auch Patent Ochsner haben natürlich viele Fans. Bei Bastian Baker waren ebenfalls viele Leute vor der Bühne.

Und auf welches Schmankerl können sich die OpenAir-Fans nächstes Jahr freuen?

Bianchi: Christof Huber hat diversen Künstlern bereits Offerten gemacht. Spruchreif ist noch nichts. Doch es gilt: Nach dem OpenAir ist vor dem OpenAir.

Ringkampf in Stiefeln: An gewissen Stellen kam man nicht um den Schlamm herum. (Bild: Benjamin Manser)

Ringkampf in Stiefeln: An gewissen Stellen kam man nicht um den Schlamm herum. (Bild: Benjamin Manser)

Bunte Blasen: Pausenvergnügen zwischen zwei Konzerten am Sonntagnachmittag. (Bild: Urs Bucher)

Bunte Blasen: Pausenvergnügen zwischen zwei Konzerten am Sonntagnachmittag. (Bild: Urs Bucher)

Saftwurzel aus dem Herzen Amerikas: Nathaniel Rateliff. (Bild: Benjamin Manser)

Saftwurzel aus dem Herzen Amerikas: Nathaniel Rateliff. (Bild: Benjamin Manser)

Sabine Bianchi Mediensprecherin OpenAir St. Gallen (Bild: pd)

Sabine Bianchi Mediensprecherin OpenAir St. Gallen (Bild: pd)

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