Eine späte Ehrung für den Läufer

MÜNCHWILEN. Der Münchwiler des Jahres heisst Bruno Heuberger. Für den Spitzenläufer mit einer Marathonbestzeit von 2 Stunden und 16 Minuten kam die Auszeichnung, welche am Sonntagabend verliehen wurde, wie aus heiterem Himmel.

Christof Lampart
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Preisträger Bruno Heuberger und Gemeinderat Manfred Filliger. (Bild: Christof Lampart)

Preisträger Bruno Heuberger und Gemeinderat Manfred Filliger. (Bild: Christof Lampart)

Auch wenn er seit einigen Jahren nach seiner eigenen Definition kein Spitzenläufer mehr ist, sind die erzielten Zeiten des ehemals «schnellsten Pöstlers der Region» nach wie vor beachtlich.

So gewann Bruno Heuberger – welcher sich mittlerweile zum Versicherungsfachmann umgeschult hat – 2014 den Frauenfelder Militärwettmarsch zum drittenmal; und das in 2 Stunden und 52 Minuten. Was Gemeinderat Manfred Filliger während seiner Laudatio am Sonntagabend dazu veranlasste, bei der Preisverleihung nachzuhaken, was für Heuberger denn der Unterschied zwischen einem «Spitzenläufer» und einem «Hobbyläufer» sei. Heubergers Antwort fiel kurz und knackig aus: «20 Minuten».

Sein Rekord steht noch

Wenn es jemand wissen muss, dann er, stellte er doch 2004 am «Frauenfelder» den heute noch gültigen Streckenrekord auf. Damals benötigte er für die 42,194 Kilometer von Frauenfeld nach Wil und zurück 2 Stunden und 35 Minuten.

Dass der 1971 in Argentinien Geborene – sein Vater arbeitete dort für «Bühler» – nun zum «Münchwiler des Jahres» gewählt wurde, kam für ihn «total überraschend». Zumal er nicht an der Murg, sondern in Henau aufwuchs.

Doch die Heirat mit der Ur-Münchwilerin Yvonne Egli und die Wohnsitznahme in St. Margarethen brachten Heuberger schon – wie Manfred Filliger verriet – in den vergangenen Jahren auf die Shortlist der Münchwiler Kulturkommission. Dass es Heuberger jetzt gereicht habe, sei reiner Zufall. «Verdient hätte er es aber sicher schon früher», so Filliger.

Wurzeln im Fussball

Ursprünglich war Heuberger jedoch kein Läufer, sondern Fussballer. Als «Pferdelunge» im Mittelfeld des FC Uzwil rannte er bis zum 18. Lebensjahr begeistert dem runden Leder nach. Zum «nie geplanten» Sportartwechsel kam es, nachdem er es 1989 bei einer «Plauschteilnahme» beim Gossauer Weihnachtslauf auf Anhieb in die Top Ten schaffte.

Ein Jahr lang übte der Polysportive beide Sportarten nebeneinander aus. Doch als Heuberger 21jährig in Yverdon Vize-Schweizer-Meister im Halbmarathon wurde, entschied er sich definitiv fürs Laufen.

80 Kilometer «zum Ausgleich»

Rückblickend bezeichnet er den Gewinn dieser Silbermedaille als «der schönste Moment in meiner Karriere, denn er kam völlig überraschend». Während für Heuberger früher das Laufen «absolut zentral im Leben» war, legt er heute die 80 Wochenkilometer «nur noch zum Ausgleich» zurück.

Ein Leben ohne Laufschuhe kann sich Bruno Heuberger jedoch nicht vorstellen, denn «es gibt doch keinen Sport, den man mit so wenig Aufwand in der freien Natur betreiben kann. Und wenn ich am Morgen von meiner Runde zurückkomme, bin ich fit für den Rest des Tages».

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