Eine sinnvolle Arbeit

Morgens zur Arbeit hetzen, abends spät nach Hause kommen – ausgelaugt. Manch ein Psychischkranker kann sich das Hamsterrad der Arbeitswelt nicht mehr zumuten. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel eines 44jährigen Thurgauers.

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Morgens zur Arbeit hetzen, abends spät nach Hause kommen – ausgelaugt. Manch ein Psychischkranker kann sich das Hamsterrad der Arbeitswelt nicht mehr zumuten. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel eines 44jährigen Thurgauers. Der gelernte Informatiker hat eine bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung). In der Vergangenheit hat er eher zu viel, als zu wenig gearbeitet. Achtmal verbrachte er einige Monate in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. Heute arbeitet er wieder, aber in einem Projekt, das ihn zwar fordert, jedoch auch ethisch sinnvoll ist. Er arbeitet zu 100 Prozent für einen Verein, der Projekte in Entwicklungsländern unterstützt. Doch selbst hier begegnet der Mann Vorurteilen: «Es dauert lange, bis ein Psychischkranker als volle Arbeitskraft akzeptiert wird. Und auch nur wenn man hochprofessionell arbeitet.» Die Gesellschaft, meint er, müsse sich daran gewöhnen, dass es Menschen gebe, die aus dem dem Geldverdienen-Wertesystem herausfallen. (ist)