Eine Schule freut sich auf Nachwuchs

Dank höherer Schülerzahlen dürfte die Zukunft der Schule Hüttlingen gesichert sein. Laut Schulpräsident muss noch mindestens eine der vier Abteilungen geschlossen werden, um das finanzielle Gleichgewicht zu erhalten.

Thomas Wunderlin
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Hüttlinger Primarschüler vergnügen sich vor dem Unterricht bei einem Hüpfspiel. (Bild: Reto Martin)

Hüttlinger Primarschüler vergnügen sich vor dem Unterricht bei einem Hüpfspiel. (Bild: Reto Martin)

HÜTTLINGEN. Eine Hüttlingerin wird voraussichtlich im Oktober ihr Kind zur Welt bringen. Was in grösseren Orten Privatsache ist, darüber sind Frau Gemeindeammann und Schulpräsident bestens informiert. «Wir sind halt ein kleines Dorf», sagt Sämi Kern, Schulpräsident und Schulleiter in Personalunion. Die Freude der Behörden über die erwartete Geburt ist gross. Denn in letzter Zeit war oft die Rede von einer drohenden Schliessung der Schule mangels Schülern. Diese Gefahr scheint vorerst gebannt. Vergangenes Jahr sind fünf Kinder zur Welt gekommen, wovon eines inzwischen allerdings nicht mehr in der Gemeinde wohnt. Im Oktober wird eine Familie mit einem Kind zuziehen, wie Gemeindeammann Anna-Rita Dutly weiss. Dazu kommt die erwartete Geburt.

Kindergarten erreicht Limite

Nach den neusten Schülerzahlen, die Schulpräsident Kern gestern im Gemeindemitteilungsblatt veröffentlichte, hat der Kindergarten im laufenden Schuljahr zwölf statt der noch letzten Herbst erwarteten zehn Kinder. Damit ist das Minimum erreicht, das das kantonale Erziehungsdepartement vorgibt. Gemäss den aktualisierten Prognosen wird der Kindergarten 2013 und 2014 zwar wieder unter die Mindestgrösse fallen, danach geht es aber wieder aufwärts. Eine Unterschreitung während zwei Jahren wird laut Kern vom Erziehungsdepartement toleriert.

Er ist zuversichtlich, dass Hüttlingen auch die verlangte minimale Gesamtschülerzahl von 15 pro Primarklasse nicht unterschreiten wird. Zurzeit sind es 69 Kindergärtler und Primarschüler.

Allerdings kann sich Hüttlingen laut Kern finanziell nicht weiterhin vier Abteilungen leisten – unter einer Abteilung wird eine Klasse aus verschiedenen Jahrgängen verstanden. Zurzeit gibt es eine Kindergarten- und drei Primarschul-Abteilungen. Mindestens eine davon muss laut Kern geschlossen werden: «Das bedeutet eine Ersparnis von rund 100 000 Franken.» Der Betrag setzt sich zusammen aus einem Lehrerlohn und Anteilen an zusätzlichen spezialisierten Lehrkräften. In diesem Falle würden die Erst- bis Drittklässler als eine Unterstufenklasse zusammengefasst, die Viert- bis Sechstklässler in einer Mittelstufenklasse. Der Kindergarten bliebe unverändert. Da nach dem Entscheid des Grossen Rats vor zwei Wochen auch eine Basisstufe zulässig ist, könnte Hüttlingen sogar zwei der vier jetzigen Abteilungen schliessen.

In diesem Fall würde der Kindergarten mit der ersten und zweiten Primarklasse zusammen die Basisstufe bilden; als zweite Abteilung würden die Dritt- bis Sechstklässler geführt. Die finanzielle Entlastung wäre nicht doppelt so gross, da für die Basisstufe zwei Lehrkräfte mit 150 bis 180 Stellenprozenten nötig sind. Doch für Kern ist klar: «Dann wäre die Schule definitiv gerettet.» Eine Arbeitsgruppe wird die beiden Varianten an der Schulgemeindeversammlung nächsten März präsentieren.

Wenig Nachfrage nach Bauland

Noch immer hofft Hüttlingen auf weitere Zuzüger mit Kindern. Auch Bauland ist wieder auf dem Markt, was eine Zeitlang nicht der Fall war. Die Nachfrage ist allerdings gering. In Mettendorf sind seit Anfang Jahr fünf Parzellen zum Preis von 440 Franken pro Quadratmeter ausgeschrieben. Der Preis sei zu hoch, vermutet der Schulpräsident. Die Schule selber hat in Eschikofen ein Grundstück von 1100 Quadratmetern zum Preis von 230 Franken pro Quadratmeter online ausgeschrieben. Abgegeben wird es an mindestens zwei Familien mit je mindestens zwei Kindern. Wenn eine Familie drei oder mehr Kinder hat, übernimmt die Schule die Handänderungssteuer. 850 Mal hat jemand das Inserat angeklickt. Kern hat nur drei Anfragen erhalten. Verkauft ist noch nichts.