Eine Roggwilerin hilft in Afrika

Rita Studer baut ein Hilfswerk für die Träger am Berg Kilimandscharo auf. Dabei sammelt sie hauptsächlich Kleider und Trekkingausrüstung, die sie – bis jetzt – jeweils im eigenen Gepäck nach Tansania transportierte.

Martina Luterbacher
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Vor dem Aufstieg zum Kilimandscharo: Rita Studer mit ihrer Crew, die sie bereits mit gespendeten Kleidern ausgerüstet hat. (Bild: pd)

Vor dem Aufstieg zum Kilimandscharo: Rita Studer mit ihrer Crew, die sie bereits mit gespendeten Kleidern ausgerüstet hat. (Bild: pd)

Roggwil. Ein Berg – eine Landschaft – eine Faszination: Kilimandscharo. Seit ihrer ersten Reise nach Tansania im Februar 2008 zieht der höchste Berg Afrikas die Roggwilerin Rita Studer in seinen Bann.

Mittlerweile bezwang sie die 5895 Meter des Kilimandscharo viermal, den rund 1300 Meter kleineren Nebenvulkan Mount Meru einmal. Dabei testete die 56-Jährige jedesmal verschiedene Routen und Trekkingarten aus. «Es gibt Wege, da begegnet man drei Tage lang keiner anderen Menschenseele – man sieht nur die Natur und die Tiere», sagt Studer.

Eigenes Hilfswerk aufgebaut

Neben der Faszination erfuhr Rita Studer aber auch die Kehrseite der heilen Touristenwelt – die Bedingungen, unter denen die einheimischen Träger arbeiten müssen. «Meine erste Tour buchte ich mit einer Reisegruppe. Der Veranstalter versicherte, verschiedene Hilfsprojekte für die Bevölkerung vor Ort zu finanzieren und zu unterhalten», erinnert sich Studer. Als sie sich vor Ort die Projekte anschauen wollte, fand sie lediglich leere Baracken vor.

Grund genug für Rita Studer zu handeln. Zurück in der Schweiz, gründet sie ein eigenes Hilfswerk, die «Gönnerschaft Kilimandscharo Träger». Dabei sammelt sie neben finanziellen Mitteln hauptsächlich funktionstüchtige Bekleidung. Von Skijacken über warme Unterwäsche, Shirts und Pullover bis hin zu Wander- oder Turnschuhen mit Profil – alles, was die Träger benötigen können. «Die Wanderausrüstung der Träger ist mehr als dürftig. Teilweise müssen sie die Schuhsohlen mit einer Schnur am Schuh befestigen, damit sie die Sohlen nicht verlieren», sagt Studer. Und während die Touristen auf dem Weg bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wenigstens im Zelt übernachten können, schlafen die «Porters» ohne warme Kleidung unter freiem Himmel.

Die Swiss hilft mit

Die gespendeten Kleider lagert Rita Studer in einer Wohnung in Roggwil. Bisher transportierte sie alles in Koffern nach Tansania; mit Hilfe von Kollegen – und der Swiss. «Wir dürfen jeweils kostenlos Übergewicht mitführen», sagt Studer. So transportierten sie beispielsweise letzten April allein für die Träger über 90 Kilogramm Kleider und andere Güter nach Dar-es Salam.

«In Zukunft möchten wir die Waren aber in einem Container verschicken», sagt sie. Die Crew mit der Rita Studer jeweils in Tansania unterwegs ist, ist mittlerweile angemessen ausgerüstet. Über 30 000 weitere Träger im Gebiet rund um den Kilimandscharo warten aber noch auf bessere Ausrüstung.

Mehr Informationen über das Hilfswerk unter: www.kiliporter.ch

Rita Studer sortiert die gespendeten Kleider in ihrem Lager in Roggwil. (Bild: Martina Luterbacher)

Rita Studer sortiert die gespendeten Kleider in ihrem Lager in Roggwil. (Bild: Martina Luterbacher)

Mangelhafte Schuhe eines Trägers. (Bild: pd)

Mangelhafte Schuhe eines Trägers. (Bild: pd)

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