Eine Partei für Jung und Alt

Die Frauenfelder SP will sich in der lokalen Politik weiterhin für Familien, Jugendliche und ältere Menschen einsetzen. Gerne würde sie bei den Gemeinderatswahlen den sechsten Sitz zurückholen, den sie vor acht Jahren verloren hat.

Markus Zahnd
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14 der 23 SP-Kandidaten haben sich im Schloss Frauenfeld versammelt. (Bild: Stefan Hilzinger)

14 der 23 SP-Kandidaten haben sich im Schloss Frauenfeld versammelt. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Etwas fällt sofort auf: Die SP-Liste für die Gemeinderatswahlen ist gespickt mit jungen Menschen. Gleich sieben der 23 Kandidaten sind unter dreissig Jahren alt, die meisten davon sind noch in der Ausbildung. «Es ist eines unserer Ziele, auch die Jüngeren zu berücksichtigen. Schliesslich betrifft die Politik ja vor allem die Zukunft und damit die Jungen», sagt SP-Gemeinderat Herbert Vetter.

Auf der SP-Liste stimmt aber nicht nur die Altersdurchmischung, im Gegensatz zu den meisten anderen Parteien ist auch der Frauenanteil hoch. «Darauf haben wir speziell geschaut. Dass Frauen in der Politik sind, ist eines unserer Anliegen», sagt Barbara Dätwyler Weber, ebenfalls auf der Liste und Vorstandsmitglied der Ortspartei. Zu den Frauen auf der Liste zählt auch Monika Landert, die wie die anderen amtierenden Gemeinderäte Pascal Frey, Herbert Vetter, Lukas Hefti und Ralph Hobor erneut kandidiert.

Proberäume und Kletterhalle

Alleine mit einigen jungen Kandidaten auf der Liste ist es für die Sozialdemokraten allerdings noch nicht getan. Denn sie wollen sich auch weiterhin für jüngere Menschen einsetzen. «Dabei ist es ist wichtig, dass das Kulturangebot erhalten und ausgebaut wird», sagt Joana Keller. Grosse Hoffnungen setzt die 26jährige Studentin dabei in das Kasernenareal. «Das ist total spannend, denn dort ist unglaublich viel möglich.» Sie denkt dabei nebst Wohnungen oder Gewerberäumen vor allem auch an Angebote für jüngere Menschen. Dazu gehören Proberäume für Bands oder auch Möglichkeiten für Sport, zum Beispiel in Form einer Kletterhalle. Vetter ergänzt noch, dass sich die Jungen aber auch engagieren müssten und nicht nur Leistungen der Stadt verlangen könnten.

Die SP denkt nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Familien. «Es ist nötig, dass sich die Stadt für Tagesschulen und andere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder einsetzt», sagt Dätwyler Weber. Aber auch die älteren Menschen sind der SP wichtig. «Die Stadt hat ein Alterskonzept. Dieses gilt es nun konsequent umzusetzen», sagt Dätwyler Weber. Im Wahlprospekt fasst die Partei ihre Anliegen für alle Altersschichten mit «solidarische und nachhaltige Entwicklung der Stadt» zusammen.

Nicht nur sparen

In den kommenden vier Jahren will die SP zudem den Verkehr und die Finanzen genau beobachten und dort Schwerpunkte setzen. «Wir sind für eine verkehrsfreie Altstadt. Dazu notwendig ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Und es muss mehr Platz für Velos und Fussgänger haben», sagt Vetter. Finanzpolitisch stehe die SP weiter dafür ein, dass man sich nicht zu Tode spare, sagt Vetter. «Wir sind für einen starken Staat. Aber wir sind schon auch dafür, dass man die Ausgaben überprüft.»

Um ihre Anliegen durchzubringen, hofft die Partei, die fünf Sitze mindestens zu halten. «Das grosse Ziel ist es aber schon, ein zusätzliches Mandat zu erobern. Wir sind zuversichtlich», sagt Dätwyler Weber. Bis vor acht Jahren hatte die SP bereits sechs Sitze. «Frauenfeld braucht eine starke linke Kraft», sagt Vetter.

Die TZ stellt sämtliche elf Listen der Gemeinderatswahlen in der Reihenfolge der Listennummern vor.

Bild: MARKUS ZAHND

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