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Eine lehrreiche Wanderung

30 Interessierte machten sich am Samstagmorgen auf die Suche nach dem Biber. Die Exkursion des WWF Thurgau führte die Teilnehmer über Wurzeln und durch Geäst auf die Spuren des grossen Nagers.
Manuela Olgiati
Biberwatcherin Manuela Bissegger zeigt Exkursionsteilnehmern Biberspuren. (Bilder: Manuela Olgiati)

Biberwatcherin Manuela Bissegger zeigt Exkursionsteilnehmern Biberspuren. (Bilder: Manuela Olgiati)

Manuela Olgiati

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Als Damm- und Burgenbauer gestalten Biber ihren Lebensraum. Frisch geschälte Holzstücke und gefällte Bäume als Spuren dieses Tuns sind im Winter jeweils besonders gut zu sehen. Optimal war der Samstag.

Angemeldet ist eine grosse Wandergruppe. Sie folgen den Spuren entlang der Thur. Manuela Bissegger, die «Biberwatcherin» des WWF hat das Interesse der 30 Teilnehmer der Biberexkursion gleich zu Beginn geweckt. Allerhand Anschauungsmaterial holt sie aus ihrem Rucksack hervor. Das Gebiss des Bibers weckt die Neugierde. Holzstücke und Felle von verschiedenen Tierarten dürfen angefasst werden.

Seit 10 Jahren führt Manuela Bissegger mit viel Sachwissen Erwachsene und Kinder durch den Biberlehrpfad an verschiedenen Orten. Ein Auenwald sei wertvoll für den Lebensraum der Biber. Bereits nach den ersten Wanderschritten sind im feuchten Waldinnern angeknabberte Baumstämme zu entdecken. Auch heiteres Rätselraten und ein Plüschtier sind dabei. Bäume, die schon von Bibers Zähnen angeknabbert wurden, sind in der Natur zu sehen. Und dann Flusseinstiege und Dammbauten.

Entlang der Thur

Das Gebiet beim Pfyner Weiher «Frankrichli» und der Thur entlang nach Felben ist seit einigen Jahren das Zuhause von Biberfamilien. Der WWF hat dort als ersten Standort 2003 einen Biberlehrpfad mit Infotafeln aufgestellt.

«Wir werten die Biberbesiedlung aus», sagt Gabriele Aebi, die an der Führung ebenfalls anwesende Co-Präsidentin des WWF Thurgau. Im Frühling kommen die jungen Biber zur Welt. Die Population reguliere sich selber, sagt die Präsidentin. Der Biber wurde vor 200 Jahren ausgerottet, weil alle das Fell haben wollten. Zudem stand der Biber auf dem Menüplan der Menschen. Das Fett in der Kelle, so heisst der Biberschwanz, gilt als Delikatesse.

Der Biber selber ist ein reiner Pflanzenfresser, frisst Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige. Da er keinen Winterschlaf macht, legt er sich im Herbst einen Vorrat von Baumrinde und Ästen an. Biber holen sich die Nahrung hauptsächlich flussaufwärts, was ihnen mit der Strömung einen leichteren Transport zum Bau erlaubt.

Angeknabberte Äste

Manuela Bissegger zeigt Äste mit Frassspuren. Daran erkenne ein Laie, ob diese von einem ausgewachsenen Biber oder von einem Jungtier bearbeitet wurden. In der Ostschweiz leben rund 650 Biber. Ein ausgewachsener Biber kann über 1,30 Meter gross werden und 30 Kilogramm wiegen. Wie beim Menschen ziehen Mutter und Vater die Jungen gemeinsam auf, bis diese mit zwei Jahren ausziehen und sich einen Partner und ein eigenes Revier suchen.

Vorbei an gefällten Bäumen und Erdbauten, welche reichlich mit Ästen bedeckt sind, führt die Rundwanderung bei kühlen Temperaturen zurück auf den Besammlungsplatz. Die echten Biber sind eher in der Abenddämmerung oder nachts zu sichten, sagt Manuela Bissegger. Auf einer Tonbandaufnahme werden Laute dieses geschützten Tieres herumgereicht.

Weitere Informationen zu den Biberlehrpfaden des WWF unter: www.wwfost.ch/biber

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