Eine kleine Kurskorrektur

Die Thurgauer Kantonalbank hat wie alle vier Jahre ihre Strategie überprüft. Sie will sich weiter auf den Thurgauer Markt konzentrieren, passt aber die Organisation etwas an.

Kaspar Enz
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Bankratspräsident René Bock (l.) und CEO Peter Hinder präsentieren die neue Strategie der TKB. (Bild: Reto Martin)

Bankratspräsident René Bock (l.) und CEO Peter Hinder präsentieren die neue Strategie der TKB. (Bild: Reto Martin)

weinfelden. Alle vier Jahre überprüft die Thurgauer Kantonalbank ihre Strategie, und in den letzten vier Jahren ist in der Finanzwelt einiges geschehen, was auch die TKB nicht ungeschoren lässt. «Die Ertragslage ist rückläufig», sagte CEO Peter Hinder gestern vor den Medien. Ein Fünftel des Ertrags sei weggebrochen. Gerade in ihrem wichtigsten Geschäftsbereich, dem Zinsgeschäft, konnte die Bank zwar an Volumen zulegen, doch dank der tiefen Zinsen verdient sie daran trotzdem weniger.

Auf Thurgau ausgerichtet

Dass die Zinsen steigen, kann die TKB nur hoffen, etwas dafür tun kann sie nicht. Doch die Bank könne in anderen Bereichen für mehr Ertrag und Wachstum sorgen, sagte Peter Hinder. Im Zentrum der neuen Strategie der TKB steht ihr Kernmarkt, der Kanton Thurgau. Hier ist sie mit 180 000 Kunden bereits Marktführer, doch sie will ihre Stellung ausbauen. Nur für einen Teil dieser Kunden ist die TKB Hauptbank, in Zukunft sollen es mehr werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will die TKB näher an die Kunden.

«Wir wollen uns durch höchste Beratungsqualität differenzieren», sagte Hinder. Die Bank will ihren Kunden integrierte Pakete von Lösungen für verschiedene Bedürfnisse anbieten können. «Wir wollen die am stärksten auf die Kunden orientierte Bank werden», formulierte Hinder die Vision der TKB. Damit die Gewinne wieder steigen will die TKB aber auch sparen.

Helfen sollen dabei Anpassungen bei der Organisation. So wird ein neuer Bereich «Produkte und Services» geschaffen. Er umfasst Produktion, Verarbeitung, IT und Logistik. Ein fünftes Geschäftsleitungsmitglied wird den Bereich führen. Dies wird Martin Huldi sein, bisher für den Bereich Privatkunden zuständig. Ebenfalls neu wird ein Geschäftsbereich für Gewerbekunden eingeführt, der Firmen mit bis zu zehn Angestellten besser betreuen soll.

Keine Banken kaufen

Abstand nimmt die TKB davon, dank Akquisitionen im Private Banking zu wachsen, wie man das vor vier Jahren noch geplant hat. «Das war vor der Finanzkrise. Damals herrschte eine allgemeine Euphorie», sagte Peter Hinder. Nun will die TKB auf organisches Wachstum im Kanton Thurgau setzen. wirtschaft 28

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