Eine grosse Portion Solidarität

Und dann ist es doch bereits wieder soweit: Heilig Abend steht vor der Tür. Das Fest der Liebe und des Geschenkestresses mit allem was dazu gehört. Nicht für mich, sage ich mir auch dieses Jahr und mache mich einmal mehr auf den Weg nach Münchwilen.

Christoph Heer
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Die Feier für Alleinstehende fand dieses Jahr zum achtenmal statt. (Bild: Christoph Heer)

Die Feier für Alleinstehende fand dieses Jahr zum achtenmal statt. (Bild: Christoph Heer)

Franziska Hafner und ihr Team haben bereits zum achten Mal die Weihnachtsfeier für Alleinstehende organisiert und da sind auch Journalisten überaus willkommen – vor allem wenn dann Tage später über das Fest auch noch was Tolles in der Zeitung berichtet wird. Also gut, 19.30 Uhr, höchste Zeit sich in Schale zu werfen und sich motorisiert ins katholische Pfarreiheim zu begeben. Aber halt, da war doch was? Genau, zum ersten Mal findet die diesjährige Feier im Gemeinschaftssaal der Evangelischen Kirche statt.

Die Ruhe vor der Ruhe

Auf den Strassen herrscht gähnende Leere, hie und da mal eine dunkel gekleidete Person mit etwas Langem in der Hand. Ahh, siehe da, da läuft ja noch ein Dackel hinterher. Und hell ist es, fast zu hell, für ein romantisches Weihnachtsfest. Doch der Stern von Bethlehem – nun gut, es war bloss der Vollmond – leuchtet in seiner vollen Kraft. Was erwartet mich dieses Mal, inmitten fremder Leute, die nicht einsam, aber doch allein sind an diesem Heiligen Abend? Ich bin gespannt und ruhig – so ruhig wie später das Fest abgehalten werden wird. Franziska Hafner hatte in den vergangenen Jahren immer wieder tolle Weihnachtsgeschichten vorgetragen. Auf die freue ich mich besonders. Auch, weil ich weiss, dass heuer eine junge Dame namens Rebecca mitspielen wird. Das wird gut, hundertprozentig. Woher ich das alles weiss? Naja, zu den journalistischen Pflichten gehört auch, dass man sich im Voraus informiert. Darum wusste ich auch, dass die Metzgerei Koller wieder mit dem Tannzapfenbraten für den kulinarischen Höhepunkt sorgen wird.

Und schon bin ich Teil davon

Ich betrete also den Saal und es ist wie sonst nirgends, wenn man als „Fremder“ einen Raum betritt. Da wirst du gar nicht von allen Seiten her gemustert und beobachtet. Ganz im Gegenteil – es sieht so aus, als wären die Einen oder Anderen sogar etwas enttäuscht, würde ich mich nicht zu ihnen setzen. Natürlich fehlt die herzliche Begrüssung seitens des Organisationskomitees nicht. Tolle Sache, wenn man den Abend mit Jules Brunner, Ursula Gschwend, Gabriella Stoppa, Hanni Schädler, Peter Fuchs und vielen weiteren verbringen darf – und ja, für das Essen und Trinken musste ich keinen Rappen bezahlen. Hier wird jeder ein Teil von einer Festgemeinschaft, welche keine Schichten kennt. Die ältere Dame aus dem Toggenburg ist auch wieder anwesend, schöne Sache. Und die erstmalig eingeladene argentinische Familie aus Winterthur fühlt sich ebenso geborgen, wie der Journalist, die Organisatorin oder die ältere Dame aus dem Toggenburg. Danke, den 40 anwesenden Menschen für diesen Abend.

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