Eine Gemeinschaft wächst vom Dörfli zum Dorf

Derzeit wohnen gut 70 Personen in Niederwil. In weniger als zwei Jahren dürften es doppelt so viele sein. Seit gestern baut die Firma Häberlin ein neues Quartier.

Stefan Hilzinger
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Vizegemeindepräsident Karl Ringenbach steuert den Bagger, davor stehen Vertreter von Behörde, Bauherrschaft und Handwerk. (Bild: Reto Martin)

Vizegemeindepräsident Karl Ringenbach steuert den Bagger, davor stehen Vertreter von Behörde, Bauherrschaft und Handwerk. (Bild: Reto Martin)

Karl Ringenbach steuert den Bagger fast so sicher wie einen Airbus. Dem Gachnanger Vizegemeindepräsidenten und früheren Linienpiloten fällt die Ehre zu, als erster die Baggerschaufel in den Boden zu treiben. Gestern fand in Niederwil der offizielle Baustart für eine Überbauung mit insgesamt 24 Wohnungen und Hausteilen statt.

Eine Einsprache gütlich beigelegt

Das Projekt des Müllheimer Architekten und Generalunternehmers Häberlin trägt sinnigerweise den Titel «Dörfli» und macht damit Niederwil definitiv zum Dorf. Rechnet man pro Wohnung drei Personen, dürfte sich die Zahl der Einwohner des Gachnanger Gemeindeteils von derzeit gut 70 auf mehr als 140 Personen verdoppeln. Seniorchef Konrad Häberlin freute sich sichtlich, dass der Bau in Niederwil nun an die Hand genommen werden kann. «Vor vier Jahren sassen wir mit allen Nachbarn im <Wiesental> zusammen und informierten erstmals über die Sache», sagt Häberlin. Die frühzeitige Information der Anwohnerschaft in der Dorfwirtschaft habe sich gelohnt, denn es habe letztlich nur eine Einsprache gegeben, die gütlich habe gelöst werden können. 2013 schliesslich wurde der Gestaltungsplan für die Parzelle bewilligt, anschliessend lief das Bewilligungsverfahren. Im Zuge der Umbauarbeiten der Bahnunterführung und Dorfdurchfahrt in Niederwil hat die Gemeinde laut Karl Ringenbach das ehemalige Land der Geschwister Huber mit Werkleitungen erschlossen.

«Die Nachfrage nach Wohneigentum ist hoch»

Bis Mitte/Ende 2018 entstehen nun auf einer Fläche von einem Fussballfeld zwei Mehrfamilienhäuser mit zwölf Eigentumswohnungen, drei Doppeleinfamilienhäuser und zwei Dreifachhäuser. Die Nachfrage nach Wohneigentum sei weiterhin gut in der Region, sagt Häberlin. Die Lage nahe bei Autobahn und Stadtbus zwischen Gachnang und Frauenfeld sei ideal und wirke sich günstig auf den Preis aus. Die anvisierte Bauzeit von gut anderthalb Jahren sei vergleichsweise lang. «Wir haben schon stärker pressiert. Aber derzeit tun die Zinsen nicht so weh», sagt Häberlin. Ausserdem kämen so für den Innenausbau weniger, dafür stets dieselben Handwerker zum Zug. «Das macht uns beweglicher punkto Kundenwünsche.»

Ein Teil der Neubauten in Niederwil gruppiert sich um einen Innenhof, wie diese Visualisierung zeigt. (Bild: PD)

Ein Teil der Neubauten in Niederwil gruppiert sich um einen Innenhof, wie diese Visualisierung zeigt. (Bild: PD)