«Eine Gelateria ist in Frauenfeld etwas Spezielles»

Im Casino-Erdgeschoss entsteht eine Eisdiele. Das wird möglich, weil der Coiffeursalon Portillo seine Räumlichkeiten verkleinert. Hinter dem Projekt steckt der Schlossberg-Glacewagen.

Géraldine Bohne
Merken
Drucken
Teilen
Inhaber der Gelati di Sogno Thomas Maier vor dem Coiffeurgeschäft Portillo, seiner zukünftigen Gelateria. (Bild: Géraldine Bohne)

Inhaber der Gelati di Sogno Thomas Maier vor dem Coiffeurgeschäft Portillo, seiner zukünftigen Gelateria. (Bild: Géraldine Bohne)

Mmh fein, ab nächstem Sommer kann am Frauenfelder Bahnhofsplatz Glace geschleckt werden. Die Pläne für eine Gelateria stehen schon, das Gesuch liegt noch bis am 28. November beim Hochbauamt auf. Gesuchsteller ist die Firma Gelati di Sogno, bekannt für den Glacewagen beim Schlossberg. Der vorgesehene Standort für die Gelateria liegt im Casino, dort wo der Coiffeur Portillo schon seit über 40 Jahren seine Räumlichkeiten hat. Geplant ist die Verkleinerung des Haarsalons um über die Hälfte. Im linken, dem grösseren Teil, wird Gelati di Sogno umbauen, rechts renoviert der Coiffeur. Grund für die Veränderung ist die Pensionierung des Betreibers David Portillo. Er übergibt die Leitung seiner langjährigen Angestellten Christa Ammann, die weiterhin am Bahnhofsplatz Frisuren verschönert. «Ich wollte schon von Anfang an nicht so einen grossen Laden. Es freut mich, dass nebenan etwas Neues entsteht», meint Ammann.

Schon seit der Eröffnung des Gelati-di-Sogno-Wagens plante Inhaber Thomas Maier aus Menzengrüt eine Gelateria. Als er einmal im Tessin in den Ferien war und auf der Piazza Grande bei einem Verkaufsstand ein Glace kaufte, wurde er enttäuscht. «Der Service war schlecht, also beschloss ich, das hier in der Ostschweiz viel besser hinzukriegen.» Nach diversen Schulungen eröffnete Maier im Frühling 2014 den Eiswagen. Kurz darauf gab es schon Hoffnung auf ein weiteres Projekt, die lang ersehnte Gelateria. «Ein Mitarbeiter des Tourist-Service gab mir die Information, dass beim Casino neuer Raum entsteht», erklärt Maier. Zu diesem Zeitpunkt waren die Pläne des Coiffeurs der Stadt bekannt. Kurz darauf reichte er die Anfrage für eine Eisdiele bei der Stadt ein. «Ich musste mich lange gedulden, bis ich diesen Sommer erfuhr, dass ich umbauen darf.» Voraussichtlicher Baustart ist der 1. März 2016, die Eröffnung ist im Mai geplant.

Glacewagen bleibt trotz Gelateria

Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport Frauenfeld, findet das Vorhaben gut. «Wir wollten dort kein Büro, der Raum ist viel attraktiver für ein Geschäft. Ausserdem können wir mit solch einer Nutzung einen Beitrag an die Belebung des Bahnhofplatzes leisten», meint Hugentobler. Thomas Maier verspricht sich vom Standort, der direkt am Bahnhof liegt, viel. Schon vor der Eröffnung bekommt der Inhaber gutes Feedback. «Ich bin optimistisch. Bei vielen kommt mein Vorhaben gut an.» Das Lokal sollte Mitte Mai eröffnet werden, die Produktion in Ellikon an der Thur und der Verkaufswagen bleiben. «Der Stand bietet Take-away, die Gelateria lädt zum längeren Verweilen ein», erklärt Maier. Das Angebot soll von Coupes bis hin zum Gebäck reichen. Der Inhaber ist zuversichtlich: «Eine Gelateria ist etwas Spezielles in der Deutschschweiz. Ich bin guter Dinge.»