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Eine feingeschliffene Anlage

FRAUENFELD. Die Sia Abrasives hat im Frauenfelder Kurzdorf ein neues Werk für flexible Schleifmittel eingeweiht. Die Produktionskapazität wird mehr als verdoppelt. Beschlossen wurde der Neubau noch unter alter Führung.
Thomas Wunderlin
Sia-Produktionschef Donat Frei, Bosch-Bereichsvorstand Stefan Hartung und Sia-CEO Stephan Keller lassen die neue Anlage laufen. (Bild: Nana do Carmo)

Sia-Produktionschef Donat Frei, Bosch-Bereichsvorstand Stefan Hartung und Sia-CEO Stephan Keller lassen die neue Anlage laufen. (Bild: Nana do Carmo)

Ein warnender Sirenenton heult im neuen Industriegebäude der Sia Abrasives im Frauenfelder Kurzdorf, wenn die Produktionsanlage darin ihren Betrieb aufnimmt. Gestern mittag ertönte er zum erstenmal offiziell. Die Bosch Power Tools nahm das neue Schleifmittelwerk ihrer Frauenfelder Tochter in Betrieb.

Stephan Keller, Sia-CEO, erläuterte den 90 Gästen aus Politik und Wirtschaft in einer unterhaltsamen Show mit Bühneneffekten die neue, weitgehend automatische Anlage namens Maker 5. Dazu befragte er Produktionschef Donat Frei, der für die Sia schon mehrere Maker geplant hat. Die neuste Version verfügt über eine Produktionskapazität von 40 Millionen Quadratmeter pro Jahr. Dafür ist ein Dreischichtbetrieb mit je 12 Mitarbeitern notwendig. Mit weniger Leuten wird mehr produziert: Bisher stellen 15 Sia-Mitarbeiter pro Schicht jährlich 30 Millionen Quadratmeter her, wobei einige Arbeitsgänge separat anfallen. Aufgrund der grossen Nachfrage wird zurzeit sieben Tage in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. Insgesamt hat die Sia in Frauenfeld 700 Mitarbeiter.

Die Steuerung des Maker 5 beruht auf 1000 verschiedenen Daten, die laufend erfasst werden – zwanzig Mal mehr als bei den bisherigen Maschinen. Neu können bis zu zwei Meter breite Schleifbandrollen produziert werden.

Noch zu Eberles Zeit beschlossen

Beschlossen wurde der Bau 2008 vom alten Sia-Verwaltungsrat. Der damalige CEO Roland Eberle hatte ihn überzeugt, dass es mehr Produktionskapazität braucht. Die neue Besitzerin bestätigte den Entscheid, verlangte aber eine Planung nach Bosch-Grundsätzen. Dies bedeutete vor allem, dass die Produktion hochflexibel und auch auf Kleinmengen ausgerichtet sein muss. Laut Frei braucht es dadurch «kein Hochregallager, dafür mehr Bindemittel». Die Produktion kann innert Sekunden auf ein anderes Produkt umgestellt werden. Dank Bindemittel-Aufbereitung entstehen keine Industrieabwässer mehr. Sämtliche Schadstoffe werden in einer Abluftreinigungsanlage rückstandslos verbrannt. Das 55 Millionen Franken teure Werk umfasst eine Grundfläche von 10 400 Quadratmetern, womit die Produktionsfläche um rund einen Drittel vergrössert wird.

Rudolf Colm, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung, sagte ab, da ihn eine Grippe erwischt habe. Seine Rede verlas Stefan Hartung, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Power Tools. Den Entscheid zum Bau des neuen Werks habe sich die Bosch-Gruppe sehr gut überlegt, sagte Hartung-Colm. Den Ausschlag gegeben habe «das Vertrauen in die Mitarbeiter an diesem Standort und der Glaube an eine weiterhin gedeihliche Zukunft». Der Bosch-Gruppe gehe es gut, die Mitarbeiterzahl sei letztes Jahr weltweit um 20 000 auf 303 000 gestiegen. Die Achterbahnfahrt der Konjunktur sei aber noch nicht überstanden. «Dazu kommen Entwicklungen wie ansteigende Rohstoffpreise und der starke Schweizer Franken, welche zu noch höherer Wettbewerbsfähigkeit zwingen.»

Sehnlichst erwartet

Die zusätzliche Produktionskapazität werde sehnlichst erwartet, sagte Bernhard Schuster, Leiter der Zubehörproduktion im Geschäftsbereich Power Tools. «Wir stehen vor einem gigantischen Werk, das nach höchsten technischen Massstäben konzipiert und gebaut wurde.» Es sei «eine der grössten Anlagen dieser Art weltweit». Das Zusammengehen von Bosch und Sia trage viele Früchte. In Nordamerika habe die Sia Abrasives ihren Umsatz verdreifacht dank eines Grossauftrags eines Bosch-Kunden. Das Bosch-Verteilnetz ermögliche auch in andern Weltregionen den Zugang zu neuen Märkten und trage so zur Auslastung des Standorts Frauenfeld bei.

Der Thurgauer Regierungspräsident Kaspar Schläpfer, der als Gast geladen war, sagte der TZ, mit dem Neubau bekenne sich Bosch zum Standort Frauenfeld. «Wir wünschen viel Erfolg.»

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