Eine ehrenamtliche Erfolgsgeschichte

Seit zehn Jahren gibt es ein eng an die Thurgauer Wirtschaft angelehntes Mentoring-Programm. Erwachsene helfen Jugendlichen dabei ehrenamtlich, den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu meistern.

Christof Lampart
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Die ehrenamtlichen Mentoren kochten sich an der Jubiläumsfeier des Programms ihr Abendessen selber. (Bild: Christof Lampart)

Die ehrenamtlichen Mentoren kochten sich an der Jubiläumsfeier des Programms ihr Abendessen selber. (Bild: Christof Lampart)

Das Thurgauer Mentoring-Programm für jugendliche Berufseinsteiger steht unter der Verantwortung des Gewerbeverbandes und unter der Trägerschaft des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung sowie des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Diese enge Verzahnung zwischen Wirtschaft und ehrenamtlicher Hilfe lobte Regierungsrat Walter Schönholzer an der 10-Jahre-Jubiläumsfeier, die vor wenigen Tagen auf dem Arenenberg für das Programm ausgerichtet wurde.

Walter Schönholzer freute sich als Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft darüber, dass «sich hier der Thurgau wieder einmal von seiner innovativen Seite zeigt». Denn anders als andere Ostschweizer Kantone – nämlich «direkter, zielstrebig» – setze der Thurgau beim Mentoring-Programm auf eine Leistungsvereinbarung mit dem Gewerbeverband. Das Mentoring sei somit ein «gesetzliches Wirtschaftsprojekt» und «kein Sozialprojekt der Verwaltung». Dies zeigte auch der Erfolg im Jahr 2015, fanden doch durch Mentoring 33 Jugendliche eine Lehrstelle oder ein Praktikum, was einer Erfolgsquote von 78 Prozent entspricht. Dabei dauerte die durchschnittliche Begleitung eines «Mentees» 299 Tage.

Win-Win-Situation für alle

Der Erfolg sei nur dank ehrenamtlicher Tätigkeit. Schönholzer bedankte sich bei allen Mentorinnen und Mentoren – es waren rund 20 zugegen – für ihr «gesellschaftliches Engagement von unschätzbarem Wert». Es müsse «wohltuend» für einen Jugendlichen sein, wenn er die Wirtschaft in Gestalt von «freundlichen, hilfsbereiten, erfolgreichen, aber auch konsequenten Partnern» kennen lernen dürfe. «Sie schaffen damit eine Win-Win-Situation für den Jugendlichen und die Wirtschaft – aber noch viel, viel mehr für die Gesellschaft. Das ist alles andere als selbstverständlich!»

Auch der Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, Hansjörg Brunner, betonte die Wichtigkeit des Programmes. Mit Informationen und Hilfestellungen würden die Mentoren geschickt verhindern, dass es den oftmals aus schwierigen familiären Verhältnissen stammenden Jugendlichen vorzeitig «ablösche». Oft würden sie mit viel Geduld das positive Gegenteil erreichen, denn «die vertrauensvolle Zusammenarbeit fördert den Durchhaltewillen der Menschen», bemerkte Brunner.

Am Jubiläumsanlass lernten die Mentoren die auf dem Arenenberg gelehrten Berufsausbildungen – Landwirt und Instrumentenbauer – kennen. Für das anschliessende Abendessen mussten die Gäste mit anpacken. Unter professioneller Anleitung kochten sie ihr Menu selber.