Eine dicke Überraschung

HÜTTWILEN. Die Sekundarschule Hüttwilen feierte am Donnerstagabend ihr 150-Jahr-Jubiläum und schenkte ihren Schülern einen Auftritt mit Baschi. Der Schweizer Popsänger begeisterte Jung und Alt gleichermassen.

Evi Biedermann
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Schulpräsident Fredy Himmelberger (rechts) bedankt sich mit Blumen bei Heinz Stuber für das Verfassen der Chronik.

Schulpräsident Fredy Himmelberger (rechts) bedankt sich mit Blumen bei Heinz Stuber für das Verfassen der Chronik.

Eine schlichte Feier war angekündigt, mit diversen Grussworten, Chronik, Überraschung und Apéro. Und dann, es ging schon gegen das Ende zu, stand plötzlich Baschi auf der Bühne. Für einen Moment ist er einfach ein Mann mit schwarzem Lederjäckli, der sich zwischen zwei Songs der Schülerband The Search am Mikrophon zu schaffen macht. Bis er sich umdreht und zu reden beginnt. «Hallo zäme, ich bi der Sebastian Bürgin.» Die Stimme ist unverkennbar, sie gehört Baschi.

Nachtessen mit Til Schweiger

So eine dicke Überraschung hat nun doch niemand erwartet. Nicht einmal alle Schüler wussten davon. Die ersten Jauchzer ertönen und als der Schweizer Popsänger mit der Schülerband den Song «Das isch min Wäg» einstimmt, hallt eine Welle der Begeisterung durch die Mehrzweckhalle. Baschi ist Vollprofi, wenn er singt. Plaudert er aber mit den Schülern, die alle in den vorderen Reihen sitzen, ist er einer von ihnen. Er sei kein Musterschüler gewesen, habe die letzte Stufe nicht geschafft. «Auf die Bühne kann man doch noch kommen», resümiert der 28-Jährige locker. Er erzählt vom Nachtessen mit Til Schweiger und singt das Lied «Wunderbar», das im Film «Zweiohrküken» vorkommt. Natürlich fehlt auch sein grösster Hit nicht: «Chum bring en hei». Längst sind die Mädchen ganz vorne am Bühnenrand und schwenken die Arme. Der Apéro kann warten.

Bildungslandschaft Seebachtal

Zurück zur Eröffnung der Feier: Der Chef des Amtes für Volksschule gratulierte der Schule zum 150-Jahr-Jubiläum. «Das Seebachtal hat sich zu einer neuen Bildungslandschaft entwickelt», stellte Walter Berger erfreut fest. Dem müsse man Sorge tragen, sagte Schulpräsident Fredi Himmelberger. «Alle Gemeinden im Sekundarschulkreis müssen mitmachen und die Schule gemeinsam tragen.» Nur dann sei die hohe Bildungsqualität gewährleistet. Vier Schülerinnen und Schüler lasen aus der Chronik vor, die Lehrer Heinz Stuber verfasst hat. Zweimal musste die Eröffnung einer «regionalen Schule für begabtere Schüler» verschoben werden. Zuerst fehlte das Interesse dafür, dann war kein Lehrer vorhanden. Der erste Unterricht begann 1864 mit 17 Buben und drei Mädchen in der heutigen Liegenschaft Schlatter. Viel ist passiert in den 150 Jahren. Es hat aufmüpfige Schüler gegeben, eigenwillig Lehrer und einen Brand. Die Feier für das 50jährige Bestehen entfiel, weil weder ein Mitglied der Behörde noch der Lehrer bereit war, eine Jubiläumsschrift zu schreiben.

2000 Franken für Schulreisen

1889 durften die Schüler erstmals auf eine Schulreise, die nach St. Gallen führte. Wohin die Reisen der Sekundarschüler im nächsten Jahr gehen, ist noch nicht bekannt. Sie werden jedoch grosszügiger wählen können, denn Gemeindeammann Walter Schmid beschenkte sie mit einem Check von 2000 Franken. Zudem darf die ganze Sek bald nach Weinfelden ins Kino.

Im Chor mit Baschi: Schülerinnen der Sekundarschule Hüttwilen singen am Jubiläumsfest mit dem Popsänger. (Bilder: Evi Biedermann)

Im Chor mit Baschi: Schülerinnen der Sekundarschule Hüttwilen singen am Jubiläumsfest mit dem Popsänger. (Bilder: Evi Biedermann)