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«Eine denkwürdige Nacht in Frauenfeld»

Ob er sich auf Frauenfelds Frauen freut, will Slam-Poet Stefan Abermann nicht verraten. Dass mit dem Innsbrucker morgen abend einer der erfolgreichsten Österreicher Bühnenpoeten im Eisenwerk beim Poetry Slam antritt, steht aber zweifellos fest.
Mathias Frei

Ein Tiroler im Thurgau, und dann grad noch ein Slam-Poet: Wieso geht das gut?

Stefan Abermann: Die eingefleischten Tiroler können ja ausserhalb ihrer Mutterscholle gar nicht existieren. Ich wiederum geniesse die Schweiz jedesmal. Das liegt schon allein daran, dass die Slam-Veranstalter sich hier sehr herzlich um die Auftretenden bemühen. Die Schweizer Slam-Szene ist ja sehr professionell, aber auch sehr heimelig. Das schätze ich. Und auch die Qualität der Schweizer Slammer und Slammerinnen finde ich irre, auch wenn mein Schwyzerdütsch bei manchen Dialekttexten vielleicht nicht ganz ausreicht.

Sie treten zum zweiten Mal am Poetry Slam Frauenfeld auf. Was blieb Ihnen vom ersten Mal im Eisenwerk?

Abermann: Das ist schon lange her. Ich weiss noch, dass ich in der ersten Runde rausflog, dafür dann aber noch mit einem befreundeten Slammer durch die Stadt gezogen bin – eine denkwürdige Nacht. Frauenfeld war zudem auch einer der ersten Slams, die mich in die Schweiz eingeladen haben. Das war damals, als junger Slammer, eine grosse Ehre.

Freut man sich bei einem Slam in Frauenfeld auf viel weibliches Publikum?

Abermann: Herr Frei, Sie machen mich verlegen. Jetzt werde ich rot.

Ein Titel sowie zwei zweite Plätze bei den jährlichen österreichischen Landesmeisterschaften im Poetry Slam sprechen für Sie. Wie wird man so erfolgreich?

Abermann: Wenn ich das wüsste, würde ich nie mehr Zweiter werden. Bei solchen Wettbewerben ist auch viel Glück dabei. Aber: Ich muss sagen, dass ich speziell den Ö-Slam liebe. Wenn ich mich wohl fühle, läuft es auch auf der Bühne meistens gut. Das sind dann diese kleinen Momente im Zusammenspiel mit dem Publikum, durch die der Auftritt über den blossen Text hinauswächst. Das ist mir beim Ö-Slam halt schon ein paarmal passiert.

Und einen Roman mit dem Titel «Hundestaffel» haben Sie auch geschrieben. Geht's da um Hundesport?

Abermann: Wenn man so will… Nein, der Roman ist eigentlich eine Verarbeitung des Don-Juan-Mythos und geht in eine ganz andere Richtung als meine Slam-Texte. Von denen ist übrigens im vorletzten Jahr ein Band erschienen, und im Herbst kommt gleich ein weiterer. Zudem arbeite ich derzeit an meinem zweiten Roman. Da geht es um Esoterik, dafür kommen keine Hunde mehr vor. Maximal «Excrementum caninum» in der Potenz C6.

Was lassen Sie in Frauenfeld zurück, wenn Sie am Sonntag zurück nach Innsbruck fahren?

Abermann: Bei meinem Gedächtnis kann das wahrscheinlich von der Zahnbürste bis zur Textmappe alles sein. Aber ich werde versuchen, eher Schönes mitzunehmen, als etwas in Frauenfeld zu vergessen.

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