Einbrecher zündet Wohnwagen an

In Eschlikon versucht jemand in mehrere abgestellte Fahrzeuge auf dem Areal der ehemaligen Sägerei Dreyer einzubrechen. Bei Ronald Eglis Wohnwagen gelingt es. Der Täter übernachtet darin, bis er ihn anzündet und flüchtet.

Silvan Meile
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Ronald Egli und seine Partnerin Vreni Bucher vor ihrem Wohnwagen, dessen Innenbereich sie nach dem Brand stundenlang reinigen mussten. (Bild: Silvan Meile)

Ronald Egli und seine Partnerin Vreni Bucher vor ihrem Wohnwagen, dessen Innenbereich sie nach dem Brand stundenlang reinigen mussten. (Bild: Silvan Meile)

ESCHLIKON. Der Wohnwagen von Ronald Egli steht auf seinem unbedachten Abstellplatz unter einen schlechten Stern. Schon zweimal brach jemand in das Haus auf Rädern ein und übernachtete darin, sagt Egli. Zurück blieb eine Unordnung aus herumliegenden Zigarettenstummeln, Schnapsflaschen, Abfall, Urin und Erbrochenem. Ronald Egli zeigt Fotos, auch vom abscheulich mit Fäkal verschmierten Wohnwagen-WC. So fanden er und seine Lebenspartnerin Vreni Bucher den Wohnwagen nach dem letzten Einbruch vor. Doch es kam noch schlimmer: «Unser Wohnwagen wurde auch noch angezündet», sagt Egli.

Frei genommen fürs Putzen

Auf einem Platz der ehemaligen Sägerei Dreyer in Eschlikon ist der Wohnwagen abgestellt. Rund 40 Camper haben hier einen Unterstand für ihre Fahrzeuge. «Am Abend des 11. Februars entdeckte jemand von der benachbarten Autogarage, wie Rauch aus unserem Wohnwagen quoll», erzählt Egli. Die Feuerwehr rückte aus. Die Bettdecke brannte, Teile des Innenbereichs des Wohnwagens waren angekohlt. Über die Ursache des Feuers kann nur spekuliert werden. Vielleicht schlief der Einbrecher mit einer brennenden Zigarette ein, mutmasst der Wohnwagenbesitzer. Ronald Egli fand in seinem Wohnwagen nebst der verkohlten Bettdecke auch verbrannte Kleidungsstücke, die nicht ihm gehören.

«Jemand ist in unseren Wohnwagen eingebrochen, hat darin übernachtet, gekotzt, gepisst, geschissen und dann auch noch angezündet», fasst Egli resigniert zusammen. «Wir sind sonst coole Leute, doch das führt zu weit», sagt der Camper, der als Chauffeur arbeitet. «Auch nach stundenlangem Putzen riecht der Tabbert – der Rolls-Royce unter den Wohnwagen – immer noch nach Rauch», stellt Egli fest. Der Boiler und das Lavabo sind kaputt, der Teppich nicht mehr zu gebrauchen. «Das ist praktisch ein Totalschaden», sagt Egli.

Angst unter Campern

Unter den Wohnwagenbesitzern auf dem ehemaligen Dreyer-Gelände geht die Angst um. Nicht nur an Eglis Wohnwagen, sondern an mehreren Fahrzeugen sind Aufbruch-Spuren auszumachen. Seit diesem Vorfall überwachen nun Videokameras das Gelände der abgestellten Wohnwagen und Wohnmobile. Von der Feuerwehr flatterte für ihren Einsatz schon eine Rechnung über 850 Franken ins Haus. Ronald Egli meint, dass er diese wohl selber bezahlen müsse, auch wenn er sie seiner Privathaftpflicht schickte. Sein Wohnwagen sei auf dem Abstellplatz nicht versichert, er habe weder eine Teil- noch eine Vollkasko. «Wahrscheinlich gehen wir leer aus, so war es auch beim letzten Einbruch vor zwei Jahren», sagt Egli. Obwohl damals ein Dokument mit der Adresse des mutmasslichen Einbrechers zurückblieb, hat er nie mehr etwas von der Polizei gehört. Von der Versicherung habe er keinen Rappen erhalten.

Allenfalls Brandverletzungen?

Ob er und seine Partnerin auch diesen Sommer wieder mit dem Wohnwagen wie gewohnt ins Elsass fahren können, wissen sie noch nicht. Aber sie wollen wissen, wer ihren Wohnwagen anzündete. Sie hören sich bisher erfolglos im Dorf um. Bei der Polizei hätten sie Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruch und Brandstiftung erstattet. Christa Altwegg, Mediensprecherin der Kantonspolizei Thurgau, bestätigt auf Anfrage, dass es am Dienstag vor einer Woche «in Zusammenhang mit einem Einbruch in einen Wohnwagen zu einem Mottbrand» gekommen sei. Die Ermittlungen seien «auf gutem Weg», mehr könne sie aufgrund des laufenden Verfahrens zu diesem Fall nicht kommunizieren.

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