Einbahn wird vorerst auf Eis gelegt

FRAUENFELD. Diesen Frühling wird es definitiv keinen Einbahnverkehr in der Frauenfelder Vorstadt geben. Vorerst stellt der Stadtrat den Versuchsbetrieb zurück und konzentriert sich auf die Einbahnring-Studie aus der Motion Geiges/Elliker/Hodel.

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Momentaufnahme: Wegen der Fernwärmering-Baustelle galt vergangenen Sommer kurzzeitig ein Einbahn-Verkehrsregime in der Vorstadt. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Momentaufnahme: Wegen der Fernwärmering-Baustelle galt vergangenen Sommer kurzzeitig ein Einbahn-Verkehrsregime in der Vorstadt. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Der Gegenverkehr auf der Zürcherstrasse zwischen Staubegg- und Ringstrasse bleibt – bis auf weiteres. Denn der Stadtrat legt den Einbahnverkehr-Versuch in der Vorstadt auf Eis, wie gestern bekannt wurde. Der zuständige Stadtrat Urs Müller hat auch den Kanton über die Sistierung informiert. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: «Der Stadtrat behält sich aber vor, zu einem späteren Zeitpunkt auf einen Versuchsbetrieb in der Vorstadt zurückzukommen», heisst es in der städtischen Medienmitteilung.

Kanton sagte Nein

Diesen Frühling hätte der Versuchsbetrieb in der Vorstadt starten sollen. Auf ein Jahr war er angesetzt – und schlug seit vergangenem Spätsommer grosse Wellen. Die Stadt hatte die Einbahn als kurzfristige Aufwertungsmassnahme für die Vorstadt angedacht und beim kantonalen Tiefbauamt zur Vorprüfung eingereicht. Der besagte Strassenabschnitt ist Kantonsstrasse. Beim kantonalen Tiefbauamt fiel der Versuch in der Vorprüfung aber durch. Kurz vor Weihnachten kam die Hiobsbotschaft. Der Kanton begründete damals seinen Vorentscheid mit der ungünstigen Verkehrsverlagerung, wodurch andere Verkehrsknoten überlastet würden.

Urs Müller Stadtrat Departement Bau und Verkehr (Bild: Nana do Carmo)

Urs Müller Stadtrat Departement Bau und Verkehr (Bild: Nana do Carmo)

Zuerst Motion umsetzen

Wie Stadtrat Müller sagt, steht der Versuchsrückzug auch im Zusammenhang zur Motion «Konzept für eine Einbahn-Verkehrsführung in der Frauenfelder Innenstadt». «Es macht zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn, zwei unterschiedliche Einbahn-Verkehrsführungen weiterzuverfolgen», sagt Müller. Der Vorstoss der Gemeinderäte Stefan Geiges (CVP), Andreas Elliker (SVP) und Michael Hodel (EVP) ist kürzlich in der Januarsitzung vom Stadtparlament für erheblich erklärt worden. Damit ist der Stadtrat beauftragt worden, die Motion umzusetzen. Die drei Vorstösser fordern die vertiefte Prüfung eines Einbahn-Verkehrsrings zwischen Lindenspitz und Talbachkreisel. Diesem parlamentarischen Auftrag wolle man nun nachkommen, sagt Müller. Ergebnisse dieser Abklärungen seien diesen Herbst zu erwarten. Der Stadtrat habe entschieden, diese nun abzuwarten. Erste Schritte für diese Studie seien schon in die Wege geleitet, sagt Müller.

Auf die geplante Begegnungszone habe der stadträtliche Entscheid zum Einbahn-Verkehrsversuch keinen Einfluss. «Letzter Stand ist weiterhin, dass im Frühling eine Begegnungszone in der Altstadt installiert wird», sagt Müller. Auch diese Massnahme ist als einjähriger Versuch angelegt. Auf der Freien Strasse und der Zürcherstrasse gilt dann Tempo 20, wobei die Fussgänger stets Vortritt haben.

Petitionsantwort kommt

Im Rahmen der Begegnungszone soll die Zürcherstrasse in der Altstadt samstags und sonntags autofrei sein. Bäcker Godi Truniger lancierte vergangenen Herbst eine Petition gegen das Wochenend-Fahrverbot. 400 Personen unterschrieben das Begehren. Eine stadträtliche Antwort auf die Petition sei derzeit in Arbeit, sagt Müller.

Aktuelle Nachrichten