Ein zweiter Nationalratssitz als Herausforderung

Der Startschuss zum Wahlkampf ist gefallen. Zwar hängt CVP-Parteipräsident Gallus Müller die Messlatte tief, doch die aktuelle Ausgangslage lässt seine Partei auf den Gewinn eines zweiten Nationalratssitzes hoffen. Nationalrat Christian Lohr nennt es eine sportliche Herausforderung, für die es nun zu kämpfen gelte.

Silvan Meile
Drucken
Teilen
Gehen für die CVP ins Rennen: Claudia Weber (JCVP), Anne Varenne, Patrick Hug, Marlise Bänziger, Nationalrat Christian Lohr, Ruedi Heim, Karin Brühlmann, Ständerätin Brigitte Häberli und Josef Gemperle. (Bild: Donato Caspari)

Gehen für die CVP ins Rennen: Claudia Weber (JCVP), Anne Varenne, Patrick Hug, Marlise Bänziger, Nationalrat Christian Lohr, Ruedi Heim, Karin Brühlmann, Ständerätin Brigitte Häberli und Josef Gemperle. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. «Auf den heissen Sommer folgt die heisse Wahlkampfphase», sagt Gallus Müller, Präsident der Thurgauer CVP. Gestern hat seine Partei den bevorstehenden Wahlkampf offiziell eingeläutet. Die Christdemokraten wollen sich an den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober als zweitstärkste Kraft im Thurgau behaupten. Wenn ihnen das gelingt, liegt vielleicht mehr drin als die anvisierte «klare Wiederwahl von Ständerätin Brigitte Häberli und Nationalrat Christian Lohr», wie Müller sagt und die Messlatte damit eher tief hängt.

Fürs sportliche Ziel kämpfen

Durch die aktuelle Ausgangslage aufgrund der grossen Listenverbindung mit den Mitte-Parteien FDP, GLP, BDP und EVP sind die Chancen intakt, dass die CVP gar einen zweiten Nationalratssitz gewinnt. Parteipräsident Müller rief dies gestern aber nicht als offizielles Wahlziel aus. Nationalrat Christian Lohr wagte hingegen eine entsprechende Aussage: «Wir sehen einen zweiten Sitz als sportliche Herausforderung, für die wir kämpfen.»

Ständerätin Brigitte Häberli blickte vorwärts zur Herbstsession und erwähnte unter anderem, dass der Netzbeschluss und damit auch die BTS in den Fokus rücke. Auch die Autobahnvignette werde dann wieder ein Thema. Nationalrat Christian Lohr sprach von den grossen Herausforderungen in der Asylpolitik, der Altersvorsorge und der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative.

Junge wollen nach Bern laufen

Auch die weiteren Kandidaten der CVP-Liste stellten sich vor. Josef Gemperle will sich für eine produzierende Landwirtschaft und eine nachhaltige Energiepolitik einsetzen. Ruedi Heim möchte als aktiver Unternehmer die Lücke im Thurgau schliessen, die seit dem Abgang von Peter Spuhler klaffe.

Marlise Bänziger legt als Schulpräsidentin und Selbständige das Hauptaugenmerk ihrer Themenschwerpunkte auf die Bildung und das Gewerbe. Patrick Hug fühlt sich durch sein «Traumresultat bei den Arboner Stadtratswahlen» beflügelt für seine Nationalratskandidatur, während Anne Varenne als Nationalrätin im Sprachenstreit und der Diskussion um den Lehrplan 21 mitentscheiden will. Mit dabei ist auch die Junge CVP, die mit einer Frauenmehrheit auf der Liste antritt. «Wir marschieren alle gemeinsam nach Bern, wenn jemand auf unserer Liste einen Sitz holt», verkündete Claudia Weber.