Ein Zürcher Pilzgericht schmeckt auch

Nein, da steckt kein Skandal dahinter», sagt Beat Weibel und lacht.

Olaf Kühne
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Nein, da steckt kein Skandal dahinter», sagt Beat Weibel und lacht. Der Schreibende fragte den Gemeindepräsidenten von Bichelsee-Balterswil, was es mit der Meldung im Gemeindeblatt auf sich hat, dass sich der Gemeinderat nach «mehreren Diskussionen in den vergangenen zwei Jahren» entschieden habe, seine Bürger künftig nicht mehr zur Pilzkontrollstelle nach Sirnach zu schicken. Weibel gibt Entwarnung. Es sei niemand an einer Pilzvergiftung gestorben. Im Gegenteil. «Wir waren mit der Sirnacher Kontrollstelle sehr, sehr zufrieden», sagt der Gemeindepräsident. Dennoch wird die heikle Aufgabe der Pilzkontrolle nun gar in den Kanton Zürich vergeben. Gleich ennet die Kantonsgrenze, nach Huggenberg in der Gemeinde Hofstetten. Dort kümmern sich die amtlichen Pilzkontrolleure Gertrud und Andreas Zwicky um das Wohl der Bichelseer Pilzsammler. Nicht erst ab der kommenden Pilzsaison. «Viele Pilzsucher aus unserer Gemeinde lassen ihre Funde schon länger von den Zwickys prüfen», sagt Weibel. «Einfach, weil Huggenberg näher ist als Sirnach, und dort zudem mehr Prüftage zur Verfügung stehen.» Die Krux nur: Bichelsee entschädigte die Zürcher bis anhin nicht für ihre Arbeit. Nach Sirnach überwies die Gemeinde bisher 200 Franken – pro Jahr. Keine Summe, die den Steuerfuss belastet. «Deshalb haben wir diese Thematik auch recht lange vor uns her gewälzt», sagt Weibel. Nun hat der Gemeinderat aber Nägel mit Köpfen gemacht. Künftig sind die Zwickys im Zürcherischen die Pilzkontrollstelle für die Bevölkerung von Bichelsee-Balterswil – hochoffiziell und vor allem auch bezahlt. 500 Franken lässt die Gemeinde dafür jährlich für die Gesundheit ihrer Einwohner springen.