Ein Waldumgang der ganz speziellen Art

In Diessenhofen lud die Bürgergemeinde zu einem Spaziergang auf Schusters Rappen, der auch an illegal gesetzten Hanfpflanzen vorbeiführte.

Peter Spirig
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Revierförster Jakob Gubler und der Präsident der Bürgergemeinde Urban Brütsch erklärten den Schutz der Eichen. (Bild: Peter Spirig)

Revierförster Jakob Gubler und der Präsident der Bürgergemeinde Urban Brütsch erklärten den Schutz der Eichen. (Bild: Peter Spirig)

DIESSENHOFEN. Am Sonntag lud die Bürgergemeinde Diessenhofen zum Waldumgang. Wegen schlechten Wetters musste er in den Herbst verschoben werden. Dies bedeutete, dass die Fahrt mit Pontons entfiel.

«Wir benützen aber die Gelegenheit, dass wir einmal in den Buchberg gehen, wo die Bürgergemeinde eine grosse Fläche Wald hat», erwähnte Präsident Urban Brütsch nach der Begrüssung der 150 Gäste.

Schwimmen bis zur Quelle

Begrüsst wurden sie auch von der Stadtmusik Diessenhofen. Unter der Leitung von Markus Augenstein wurde «Deozincova», der Marsch der Stadt Diessenhofen, gespielt. Danach ging es dem Geisslibach entlang nach Wilisdorf und weiter zur Kiesgrube, um dann quer durch den Wald zum Rastplatz zu gelangen. Beim Geisslibach erklärte Urban Brütsch, dass das Wehr durch eine Fischtreppe ersetzt wurde. Noch ist den Fischen der Zugang zur Quelle verwehrt. Sie kommen nur bis zum Wehr in Willisdorf. «Sensationell wäre es, wenn wir dort auch noch eine Fischtreppe bauen könnten.» Fischen ist nicht gestattet.

Hanf auf der Magerwiese

Inmitten der Kiesgrube, die von der Heva AG betrieben wird, erklärte Produktionsleiter Florian Mascherin, dass man noch mit einem Kiesvorrat für die nächsten 15 bis 20 Jahre rechne. Das bringt ein Verkehrsaufkommen mit sich, wobei sich dieses stark verbessert habe. Die Kiesgrube wird laufend renaturiert. Unter anderem mit einem Biotop. Es besteht aus höhenunterschiedlich gebauten Teichen. Läuft der obere über, wird der nächste gefüllt. Es hätten sich bereits Laubfrösche und Libellenarten niedergelassen. Als ungebetene Gäste, und als Zielscheibe für die Jäger, die einen Jägersitz erstellten, gelten die Wildsäue. Der Sitz steht in einer jungen Magerwiese. In einiger Zeit werde man sich hier über eine Blumenwiese freuen können. Pflanzen hat es bereits. Die von irgendwelchen Personen eingepflanzten üppigen Hanfpflanzen waren nicht zu übersehen. Soweit möglich wurden während des Rundganges einige zerstört. Im Buchenwald, erklärte Revierförster Jakob Gubler, wolle man Eichen fördern. Es handelte sich um Mittelwaldeichen, die etwa 180 Jahre alt sind. Sie sollen, wie auch die jüngeren Eichen, geschützt werden. Zudem werden Eichen im Jungwald gesetzt. Unter den Gästen war auch der neue Kreisvorsteher Ruedi Ulmer. Er ist Chef mehrerer Reviere. Gegenüber unserer Zeitung äusserte er, dass derzeit im Thurgauer Wald keine grossen Probleme bestehen.